Anzeige
Nach 2017 und 2021 ist es die dritte große Untersuchung im norddeutschen Bistum. Sie nimmt die vergangenen 80 Jahre in den Blick.
Forscher wollen am Donnerstag, den 9. Juli, erste Ergebnisse einer Studie zu sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim präsentieren. Dazu ist an der Universität Hildesheim am Abend eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant. Vorgestellt werden sollen der aktuelle Stand des Forschungsprojekts, bisherige Befunde und die nächsten Schritte.
Die Studie nimmt den Zeitraum von 1945 bis 2024 in den Blick. Damit betrachtet sie auch einen großen Teil der Amtszeit von Heiner Wilmer, der von September 2018 bis Juni dieses Jahres Bischof von Hildesheim war. Wilmer hatte die Studie im März vergangenen Jahres beauftragt. Inzwischen ist er Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
Dritte große Aufarbeitungsstudie
Die Studie ist nach Untersuchungen aus den Jahren 2017 und 2021 die dritte große Aufarbeitungsstudie des Bistums Hildesheim, zu dem gut 490.000 Katholiken zwischen Harz und Nordsee gehören und das nach dem Wechsel von Wilmer nach Münster derzeit keinen Bischof hat. Die Forscher sollen nicht nur Missbrauchsfälle in Kirchengemeinden, sondern auch in kirchlichen Kinderheimen und Schulen unter die Lupe nehmen. Auch die Erfahrungen von Betroffenen und ihren Angehörigen und Freunden sollen eine zentrale Rolle spielen. Die Studie läuft nach derzeitiger Planung bis April 2027.
Das Forschungskonsortium besteht aus Fachleuten des Instituts für soziale Arbeit in Münster, der Universitätsmedizin Rostock, des juristischen Forschungszentrums Socles in Heidelberg und der Universität Freiburg. Sie analysieren unter anderem Akten und führen Gespräche mit Betroffenen, Angehörigen sowie Zeitzeugen.
Betroffene und Kommission äußern sich
Bei der Veranstaltung wollen sich auch Vertreter des Betroffenenrats Nord und der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Nord äußern. Nach Angaben des Bistums soll es nach einem Zwischenstand des Forschungsteams Raum für Rückfragen, Rückmeldungen und offene Gespräche geben.