SEXUALISIERTE GEWALT

Missbrauchsaufarbeitung: Aktivist Katsch lobt Rolle der Medien

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Neben den Betroffenen hätten investigative Recherche viele Dinge ans Licht gebracht. Wie der Sprecher des „Eckigen Tisches“ das Erreichte einschätzt.

Von KNA

Deutschland ist bei der Aufarbeitung und Prävention von sexualisierter Gewalt nach Einschätzung des Aktivisten Matthias Katsch im internationalen Vergleich weit vorangekommen. "Kaum ein anderes Land hat Betroffene so systematisch einbezogen", schreibt der Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ in einem Gastkommentar für Zeitschrift „Herder Korrespondenz“.

Gemeinsam mit Betroffenen und anderen Experten sei eine tragfähige institutionelle Architektur entstanden. Katsch nannte das Amt des Unabhängigen Bundesbeauftragten, Betroffenenbeirat und Aufarbeitungskommission.

Druck durch Medienrecherchen

Entscheidend sei dabei auch der Druck durch investigative Recherchen der Medien gewesen, betonte Katsch. „Medien schaffen Öffentlichkeit, halten das Thema präsent und verdeutlichen: Sexueller Kindesmissbrauch ist kein privates Schicksal, sondern ein gesellschaftlicher Skandal.“

Zwar sei Deutschland bei Aufarbeitung und Prävention längst nicht am Ziel, dennoch sei es nun an der Zeit, das „deutsche Modell“ international stärker sichtbar zu machen, forderte Katsch. Missbrauchsaufarbeitung spiele in der Außen- und Menschenrechtspolitik der Bundesrepublik derzeit keine Rolle, obwohl viele Länder genau die Situation und Anstrengungen in Deutschland beobachteten.

Die Fortschritte im Kampf gegen Missbrauch seien dabei entscheidend dem Mut und dem Engagement der Betroffenen zu verdanken, argumentierte der Eckige-Tisch-Sprecher. „Und sie sorgen bis heute dafür, dass das Thema nicht wieder verschwindet. Darauf kann Deutschland mit Recht ein Stück weit stolz sein – ohne selbstzufrieden zu werden.“

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