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Jean César Scarcella trat im Juni nach massiven Vorwürfen von seinem Amt zurück. Wie die Einführung seines Nachfolgers abläuft.
Die Feierlichkeiten zur Abtbenediktion von Alexandre Ineichen in der Schweizer Abtei Saint-Maurice am 19. März sollen Missbrauchsbetroffene in den Fokus stellen. Wie die Abtei am Mittwoch mitteilte, ist an diesem Tag eine Ehrung von Missbrauchsopfern geplant. Die Ehrung findet am Nachmittag während der Vesper statt.
„Alexandre Ineichen und der Abteirat setzen einen kulturellen Wandel in Gang, der darauf abzielt, die Opfer in vollem Umfang anzuerkennen und Haltungen zu fördern, die helfen, Situationen zu erkennen und zu verhindern, die zu jeglicher Form von Missbrauch führen können“, heißt es in der Mitteilung. Dies sei Priorität des neuen Abtes. „Eine echte Umkehr kann nur gelingen, wenn wir zuerst den Missbrauch anerkennen und uns dieser schmerzhaften Wunde unserer Vergangenheit stellen. Darum werden die Opfer in der ersten liturgischen Feier, die ich nach der Abtbenediktion leite, geehrt“, sagte Ineichen.
Missbrauch in der Abtei Saint-Maurice
Ineichen wurde Ende Oktober neuer Abt der traditionsreichen Schweizer Abtei. Die Abtei der Augustiner-Chorherren gilt als ältestes Kloster des Abendlandes, das ohne Unterbrechung besteht. Sie untersteht unmittelbar dem Papst.
Ineichens Vorgänger Jean César Scarcella war Ende Juni 2025 zurückgetreten. Dem Schritt waren jahrelange massive Vorwürfe zum Umgang mit sexuellem Missbrauch durch die Klostergemeinschaft vorausgegangen. Eine vom Orden der Augustiner-Chorherren beauftragte unabhängige Untersuchungskommission hatte in ihrem Bericht festgestellt, dass es zwischen 1960 und 2024 mindestens 67 Fälle sexualisierter Gewalt zumeist an Minderjährigen gegeben habe, verübt von mindestens 30 Ordensleuten.
Sexualisierte Gewalt: Hilfe und Hinweise
Haben Sie sexualisierte Gewalt im Bistum Münster erlitten oder möchten Hinweise zu Fällen geben, können Sie sich an die Interventionsstelle oder die Unabhängigen Ansprechpersonen wenden: https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch/. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission für das Bistum Münster erreichen Sie über die Seite https://uak-muenster.de/.
Haben Sie sexualisierte Gewalt erlitten und fühlen sich durch diesen Bericht aufgewühlt, können Sie sich an die Telefonseelsorge wenden – kostenfrei unter Tel. 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222, https://www.telefonseelsorge.de/
Haben Sie sexualisierte Gewalt außerhalb des Bistums Münster oder außerhalb der Kirche erlitten, können Sie hier Hilfe finden:
- Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/
- NINA, Nationale Informations- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend: https://nina-info.de/
- Hilfe für Opfer von Kriminalität: https://weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer-0