AUFARBEITUNG

Missbrauch im Erzbistum Paderborn: Ex-Erzbischof Becker räumt Fehler ein

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Der Geistliche war Personaldezernent unter Kardinal Degenhardt und leitete die Erzdiözese über lange Jahre. Wie er auf die Studie reagiert.

Von epd

Der frühere Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat mit Blick auf sexualisierte Übergriffe im Raum der Kirche mögliche Fehler eingeräumt und um Entschuldigung gebeten. „Wo mein Handeln auch in späterer Verantwortung dazu beigetragen hat, dass Betroffene nicht ausreichend gesehen, geschützt oder ernst genommen wurden, bitte ich dafür um Entschuldigung“, sagte Becker am Dienstag in Paderborn.

Viele Betroffene hätten erfahren müssen, dass ihr Leid nicht gesehen, nicht ernst genommen oder hinter andere Interessen zurückgestellt worden sei, erklärte Becker mit Blick auf die am vergangenen Donnerstag veröffentlichte unabhängige Studie über sexualisierte Gewalt. „Dass dies geschehen ist, bedaure ich zutiefst.“

Personaldezernent bei Kardinal Degenhardt

Als Personaldezernent unter Kardinal Johannes Joachim Degenhardt sei er von 1995 bis zu seiner Berufung zum Weihbischof im Jahr 1999 in Abläufe eingebunden gewesen, in denen über den Umgang mit beschuldigten Priestern entschieden wurde, so Becker. „Mit dem Abstand zu meiner Amtszeit sehe ich manches anders, manches klarer als früher“, sagte er. Im Oktober 2022 hatte Papst Franziskus das altersbedingte Rücktrittsgesuch des damaligen 74-jährigen Erzbischofs Becker angenommen.

Die am Donnerstag veröffentlichte Studie, die von Wissenschaftlern der Universität erarbeitet wurde, beleuchtet die Amtszeiten der Erzbischöfe Lorenz Jaeger (1892–1975) und Johannes Joachim Degenhardt (1926–2002). Eine weitere Studie untersucht aktuell die Amtszeit Beckers (2003–2022). Laut der veröffentlichten ersten Studie gibt es im Erzbistum Paderborn in der Zeit von 1941 bis 2002 Hinweise auf 210 Beschuldigte und 489 Betroffene.

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