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100 Menschen machen ihre Geschichte öffentlich

Missbrauchs-Betroffene berichten – Neues Internetportal gestartet

  • 100 Geschichten von Menschen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, veröffentlicht die Unabhängige Aufarbeitungskommission auf einem neuen Internetportal.
  • Die Menschen legen Zeugnis ab über das erlebte Unrecht und Leid, aber auch über Hilfe, über die Folgen des Missbrauchs, aber auch über Wege, das Geschehene zu bewältigen.
  • Der Umfang des Projekts ist bisher einzigartig.
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100 Geschichten von Menschen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, veröffentlicht die Unabhängige Aufarbeitungskommission auf einem neuen Internetportal. Unter dem Namen "Geschichten, die zählen" können sie abgerufen werden. Es ist laut Kommission in diesem Umfang ein in Deutschland bisher einzigartiges Projekt.

Mit ihren Geschichten legten die Betroffenen ein vielfältiges Zeugnis ab über das erlebte Unrecht und Leid, aber auch über Hilfe in der Kindheit, über die Folgen des Missbrauchs, aber auch über Kraft, Mut und Wege, das Geschehene zu bewältigen, hieß es. Sie berichteten unter Pseudonym von Missbrauch in der Familie, im sozialen Umfeld, im Sportverein, in der Schule, in der Kirche, im Heim oder auch in organisierten Strukturen.

"Geschichten sichtbar machen"

Zum Portal "Geschichten, die zählen"

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch hatte Anfang 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll Ausmaß und Folgen von Kindesmissbrauch in Deutschland untersuchen und führt dazu Anhörungen durch. Grundlage ihrer Einberufung war ein Beschluss des Bundestags. Bislang haben sich nach eigenen Angaben rund 3.000 Betroffene bei der Kommission gemeldet.

Der Sprecher der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, der auch Mitglied der Aufarbeitungskommission ist, erklärte dazu, das Portal sei ein Ort, an dem die Geschichten von betroffenen Menschen gewürdigt würden und öffentliche Anerkennung für das erlittene Unrecht, aber auch für ihre Lebensleistung erhielten: "Wir wollen Betroffenen eine Stimme geben und ihre Geschichten sichtbar machen."

Die Juristin Brigitte Tilmann, die ebenfalls Mitglied der Kommission ist, betonte, der Name des Portals stehe für die Bedeutung dessen, was Betroffene der Kommission in vertraulichen Gesprächen oder schriftlich berichten: "Jede einzelne dieser Geschichten ist wichtig und zählt."

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