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Bistum: Unterlagen an Erzbistum Köln weitergeleitet

Missbrauchs-Priester A.: Neue Akte im Bistumsarchiv Münster gefunden

  • Im Fall des Missbrauchs-Priesters A. ist bei Umräumarbeiten eine bisher unbekannte Akte im Archiv des Bistums Münster aufgetaucht.
  • Der Interventionsbeauftragte Peter Frings bedauerte den späten Fund und erklärte, seine bisherigen Erkenntnisse seien nicht richtig gewesen.
  • Die unabhängige Historikerkommission zur Missbrauchs-Aufklärung habe die Akte einsehen können, die dann an das Erzbistum Köln gegangen sei.
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Im Fall des Missbrauchs-Priesters A. ist eine bisher unbekannte Akte im Archiv des Bistums Münster aufgetaucht. Bei Umräumarbeiten habe ein Mitarbeiter vier bisher nicht verzeichnete Akten von Priestern gefunden, heißt es in einer Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle in Münster.

Eine der Akten betreffe den ehemaligen Priester A., der trotz zweifacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern über Jahrzehnte als Priester im Erzbistum Köln sowie in den Bistümern Münster (1973-1988) und Essen tätig war. Im Dezember 2020 hat der Vatikan A. aus dem Klerikerstand entlassen

Der Fall A.

Ursprünglich war er Priester des Erzbistums Köln, mit dem das Bistum Münster vereinbart hat, dass die gesamte Aufarbeitung dort von statten geht. Münster hatte dazu erklärt, 2019 sämtliche im Bistum vorliegende Unterlagen nach Köln geschickt zu haben.

Im selben Jahr war der Fall A. unter anderem durch das Bistum Münster öffentlich gemacht worden. Auf Veranstaltungen in Recklinghausen, Moers und Westerkappel, den Einsatzorten des Priesters im Bistum, hatten Vertreter des Bistums dazu Stellung bezogen. Dabei hätten sie immer wieder betont, dass die Aktenlage im Bistum Münster "sehr dürftig sei", heißt es in der Pressemitteilung. Dies sei zuletzt im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Berichten aus dem Erzbistum Köln wiederholt worden.

Das vom "Kölner Stadt-Anzeiger" im November 2020 veröffentlichte Gutachten der Kanzlei 'Westpfahl-Spilker-Wastl über den Fall A. stützte die bisherigen Aussagen des Bistums Münster über den Priester und den Umgang der damaligen Verantwortlichen mit dem Fall.

Frings: Bisherige Erkenntnis war falsch

Der Interventions-Beauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, erklärte laut Pressestelle, es sei bedauerlich, dass die Akte erst jetzt gefunden wurde. "Meine bisherigen Aussagen, dass es im Bistum Münster keine weiteren Unterlagen zu dem Fall gibt, entsprachen meinem bisherigen Kenntnisstand. Es zeigt sich nun, dass sie nicht richtig waren."

Laut Frings wurde die Akte am vergangenen Freitag gefunden. Bistumsarchivar Heinz Mestrup habe daraufhin am Montag die Historikerkommission informiert, die im Auftrag des Bistums, aber unabhängig den sexuellen Missbrauch im Bistum Münster aufarbeitet. Ein Mitglied der Kommission habe die Akte am Dienstag einsehen sollen können, Frings selber tags darauf. 

Am heutigen Freitag sei das Erzbistum Köln über den Fund informiert und die Akte dorthin geschickt worden.

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