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Im Paulusdom überreichte der neue Bischof vielen Menschen die „Missio canonica“. Sie kommen aus allen Ecken der Diözese.
Kollegen im landläufigen Sinne hat Münsters neuer Bischof Heiner Wilmer zwar nicht. Die 55 Lehrkräfte, denen er am 26. Juni im St.-Paulus-Dom Münster die „Missio canonica“ beziehungsweise die kirchliche Unterrichtserlaubnis übergeben hat, sprach er trotzdem als „liebe Kolleginnen und Kollegen“ an.
Schließlich war der Bischof früher selbst als Lehrer tätig. Deshalb sagte er den Religionslehrkräften auch aus voller Überzeugung: „Sie unterrichten Religion, eines der größten und schönsten Fächer, das einzige Fach, bei dem Sie als Menschen komplett gefordert sind.“
„Zusammen geht was!“
Die Verleihung der „Missio canonica“ ist nötig, weil für den katholischen Religionsunterricht das Land und das jeweilige Bistum gemeinsam verantwortlich sind. Religionslehrkräfte handeln im Namen beider Institutionen.
Die Vorbereitungsgruppe, für die Heiko Overmeyer als stellvertretender Leiter der Abteilung Religionspädagogik die Teilnehmenden begrüßte, hatte für den Verleihungsgottesdienst das Leitwort „Zusammen geht was!“ gewählt. Es greift einen thematischen Schwerpunkt auf, den das Bistum Münster sich in den kommenden Jahren setzen wird. An den Beginn des Gottesdienstes stellte die Gruppe ein von Sophia Drüing und Mary Scheffer gestaltetes Anspiel, das den Gedanken von Bereitschaft zur Begegnung statt dem Anspruch auf Perfektion als Kern des Religionsunterrichts inszenierte.
Beispiel der „kleinen Thérèse“
In seiner frei gehaltenen Predigt stellte Bischof Wilmer später heraus, dass Religionslehrkräfte von Schülern durchaus immer mal wieder nach ihrem persönlichen Glauben gefragt würden. Ebenso könnten junge Menschen deutlich zeigen, wenn sie Pädagogen bräuchten.
Unter Verweis auf das Beispiel der heiligen Thérèse von Lisieux sagte Wilmer, dass man Zweifel ebenso wie sie zum Ausdruck bringen dürfe, sich aber genauso auch berühren lassen dürfe „von der Freude im Vertrauen auf ein Geheimnis, das man nicht fassen kann, ein Geheimnis, das größer ist“.
Die neuen Religionslehrer kommen aus Ahaus, Ahlen, Ascheberg, Bocholt, Borken, Dinslaken, Dorsten, Dülmen, Emsbüren, Emsdetten, Everswinkel, Gelsenkirchen, Greven, Gronau, Gütersloh, Haltern am See, Hamm, Herford, Herzebrock, Hörstel, Ibbenbüren, Kevelaer, Kleve, Krefeld, Lüdinghausen, Marl, Metelen, Moers, Mühlheim, Münster, Ochtrup, Osnabrück, Rees, Recklinghausen, Rheinberg, Rheine, Südlohn, Telgte, Velen, Vreden, Warendorf, Wesel, Wettringen, Xanten.