Trappisten wurden 1996 in Algerien entführt und ermordet

Mönche aus Kinofilm „Von Menschen und Göttern“ selig

Papst Franziskus hat aus Anlass der Seligsprechung der Mönche von Tibhirine zu Brüderlichkeit und Solidarität aufgerufen. Sieben französische Trappisten waren 1996 in Algerien entführt worden. Ihr Schicksal ist im Kinofilm „Von Menschen und Göttern“ verarbeitet.

Franziskus sagte im Vatikan, Bischof Pierre Claverie und weitere 18 Ordenschristen, die am Samstag in Algerien als Märtyrer seliggesprochen wurden, seien „demütige Erbauer des Friedens und heldenhafte Zeugen der christlichen Nächstenliebe“. Das Glaubenszeugnis der Seligen sei „Quelle der Hoffnung für die Katholiken in Algerien und Samen des Dialogs für die gesamte Gesellschaft.“

Seligsprechung in Algerien

Die Seligsprechung in Algerien nahm Kurienkardinal Giovanni Angelo Becciu vor, er verlas auch eine Botschaft. Darin heißt es, der Papst gedenke aller Opfer des algerischen Bürgerkriegs. Die Kirche wolle sich weiter für Dialog und Freundschaft einsetzen.

Im Januar hatte Franziskus das Martyrium von 19 Menschen anerkannt, die zwischen 1994 und 1996 in Algerien ermordet worden waren. Darunter sind die Trappisten von Tibhirine, der in die Luft gesprengte Dominikaner und Bischof von Oran, Pierre Claverie, und weitere Ordenschristen.

Das Schicksal der Mönche von Tibhirine

Die sieben französischen Trappisten des Klosters Notre-Dame de l'Atlas im Norden Algeriens wurden im März 1996 während des Bürgerkriegs entführt. Zur Tat bekannte sich eine Terrorgruppe, die die Freilassung eines Anführers verlangte. Ende Mai 1996 wurden die abgetrennten Köpfe der Mönche gefunden; die Körper fehlen weiterhin.

Bis heute ist unklar, ob die Trappisten tatsächlich von ihren Entführern, vom algerischen Militär oder vom Geheimdienst getötet wurden. Der französische Regisseur Xavier Beauvois griff die Ereignisse 2010 in seinem vielfach preisgekrönten Film „Von Menschen und Göttern“ auf.