WISSENSCHAFT

Khorchide: Islamische Theologie ist mehr als ein Integrationsprojekt

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Der Religionspädagoge ist Gründungsdekan der deutschlandweit ersten Fakultät dieser Art an der Universität Münster. Wie er seine Forschung versteht.

Der Münsteraner Professor Mouhanad Khorchide hat davor gewarnt, die islamische Theologie in Deutschland auf integrationspolitische Erwartungen zu reduzieren. „Integration ist ein wichtiger Nebeneffekt, aber nicht unser primärer Auftrag“, sagte er der Münsteraner Universitätszeitung „wissen/leben“.

Ziel der islamischen Theologie sei es, wie die katholische und die evangelische Theologie frei forschen und lehren zu können, so Khorchide. Zugleich könne eine reflektierte islamische Theologie Orientierung bieten: „Wenn die Studierenden sagen, dass sie sich nicht mehr zwischen deutsch und muslimisch entscheiden müssen, dann zeigt das die gesellschaftliche Relevanz.“ Es gehe darum, Zugehörigkeit nicht als Widerspruch, sondern als Selbstverständlichkeit zu erleben.

Darüber hinaus müsse sich die islamische Theologie in gesellschaftliche Debatten einbringen: „Theologie darf nicht im sogenannten Elfenbeinturm stattfinden.“ Gerade in Bezug auf den Islam gebe es viele Vorurteile und Missverständnisse, sagte Khorchide: „Wenn wir uns nicht einmischen, überlassen wir das Feld anderen Stimmen.“

Khorchide ist seit 2010 Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster und Gründungsdekan der ersten Islamisch-Theologischen Fakultät deutschlandweit. Der Betrieb soll nach Angaben der Hochschule zum Wintersemester 2026/2027 starten.

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