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Mehrere Monate wurde die Vergabe des Josef-Pieper-Preises heftig diskutiert. Wie die Veranstaltung und die Mahnwache dagegen abliefen.
„Kein Applaus für Ausgrenzung!“ schallte es über den Platz, dazu läuteten die Glocken der Überwasserkirche in der Nähe des Münsteraner Paulusdoms. Etwa 50 Menschen hatten sich dort am frühen Sonntagmorgen versammelt, um mit einer Mahnwache gegen die Verleihung des Josef-Pieper-Preises an den US-Bischof Robert Barron zu demonstrieren.
Der Geistliche war in den vergangenen Monaten immer wieder durch seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump aufgefallen. Dennoch erkannte ihm die Josef-Pieper-Stiftung die nach dem Münsteraner Philosophen (1904-1997) benannte Auszeichnung im Frühjahr zu. Barron nutze „wie kaum ein anderer die modernen Medien zur Unterstützung der christlichen Verkündigung“. Zur Verleihung gehörten neben einem Pontifikalamt mit dem Passauer Bischof Stefan Oster in der Überwasserkirche auch ein Symposion in der Bistums-Akademie Franz-Hitze-Haus und ein Festakt im Bischöflichen Priesterseminar Borromaeum.
Protestler: Preisträger Barron nicht glaubwürdig
Zur Mahnwache hatten unter anderem Münsteraner Verbände wie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) oder der Familienbund der Katholiken und der Kreisverband Münster von Bündnis 90/Die Grünen aufgerufen.
Thomas Hunsch von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche fasste gegenüber Kirche+Leben die Gründe für den Protest zusammen: Barron vermittle ein „rückwärtsgewandtes Bild des Christentums“ und grenze nicht nur queere Menschen, sondern auch andere Randgruppen aus. Darüber hinaus sei es schwer nachvollziehbar, dass sich der Bischof auf die katholische Soziallehre berufe: Er unterstütze die Maßnahmen von US-Präsident Trump gegen Migranten und andere Minderheiten. Barron sei damit als Träger einer katholischen Auszeichnung nicht glaubwürdig.