Gottesdienst mit Landespolitikern aus NRW in Düsseldorf

Münsters Bischof Genn warnt Politik vor einfachen Lösungen

Münsters Bischof Felix Genn (68) mahnt zu einem differenzierten Denken und Sprechen in der Politik. Einfache Lösungen entsprächen nicht der komplexen Welt, sagte er am Dienstagabend in Düsseldorf. Zugleich forderte er Politik und Kirche auf, die Ängste vieler Menschen wahr- und ernstzunehmen. Andernfalls drohten eine zunehmende Fremdenfeindlichkeit und eine Spaltung der Gesellschaft.

Genn äußerte sich bei einem Gottesdienst in der Maxkirche. Dazu und zu einem anschließenden Empfang hatte der Beauftragte der katholischen Kirche bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, eingeladen.

Hamers: Kirche hätte schon früher Frauen mehr Gewicht einräumen sollen

Es nahmen auch der nordrhein-westfälische Landtagspräsident Andre Kuper sowie die Minister Hendrik Wüst, Ina Scharrenbach, Lutz Lienenkämper und Karl-Josef Laumann (alle CDU) teil. Auch die Generalvikare aller fünf NRW-Bistümer, einige Staatssekretäre und weitere Politiker waren dabei.

Hamers lobte die Kooperation von Staat und Kirche; gerade im sozialen Bereich habe sich diese bewährt. In seiner Rede verwies Hamers auf das vor 100 Jahren in der Weimarer Republik eingeführte Frauenwahlrecht. Hätte die Kirche vor 100 Jahren ebenfalls Frauen mehr Gewicht eingeräumt und in Führungspositionen zugelassen, hätte es dort womöglich weniger Missbrauchsfälle gegeben. Zugleich betonte Hamers, dass sich in der Kirche in Bezug auf die Missbrauchproblematik bereits viel in eine positive Richtung entwickelt habe.