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NRW-Kulturministerin Ina Brandes spricht zur Eröffnung der Räume. Und sorgt mit einem Seitenhieb für einiges Gelächter bei den Gästen.
„Vollendet ist das große Werk“ – der Lobgesang aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn erklingt gegenüber der Lambertikirche in Münsters Innenstadt: Sängerinnen und Sänger der Dommusik singen aus den Fenstern des neuen Dommuseums „Paulus“. Zudem haben sich die Streicher des Quintetts „Stringent“ auf dem Bürgersteig vor dem Museum aufgestellt, das am Mittwochabend, 26. August, im Beisein geladener Gäste aus Kirche, Kultur und Stadtgesellschaft eröffnet wurde.
Die nordrhein-westfälische Kulturministerin Ina Brandes (CDU) würdigt die erste Ausstellung. Stücke aus dem münsterschen Domschatz und Leihgaben stellen den Apostel Paulus, Patron des Doms und Namensgeber des neuen Museums, ins Zentrum.
Ina Brandes scherzt: „Schlechter Einfluss auf die Jugend“
Brandes spricht von einer „sehr zugänglichen Art, die Geschichte und den Weg des Paulus darzustellen“. Auch den Kontrast der historischen Exponate zu Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler im Museum lobt sie.
Doch die Ministerin übt auch Kritik – daran, dass ein Fußballtrikot des FC Bayern München Teil der Ausstellung ist, eine Art „moderne Reliquie“: „Ich habe ja inhaltlich verstanden, warum das so ist“, räumt die Politikerin und bekennende Anhängerin von Borussia Dortmund im Scherz ein. „Aber das ist ein schlechter Einfluss auf die Jugend“, rügt sie unter Gelächter.
Ob man nicht auch etwas mit einem BVB-Trikot hätte machen können, fragt sie. „Zur Not auch Schalke. Wir sind ja in NRW hier…“
Isabella Lohmann: „Alte Schätze neu entdecken“
Das Museum „Paulus“ ist täglich außer sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen: www.paulusmuseum.de
Im seriöseren Teil ihrer Rede dankt Brandes der Investoren-Familie Lohmann, den Eigentümern des Gebäudes, für „Großzügigkeit, Weitsicht und Gestaltungswillen“. Das „Paulus“ ist Mieter im Haus.
Isabella Lohmann betont im Namen der Familie, das Museum solle ein „Ort der Begegnung und des Dialogs“ sein. Eine „zeitgemäße Präsentation“ des Domschatzes biete Gelegenheit, „alte Schätze neu zu entdecken und für sich zu deuten“ – gerade, da viele Menschen nicht oder nicht mehr an Gott glauben.
Freier Eintritt im „Paulus“
Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Grüne) erinnert daran, dass die Amtskette des Stadtoberhaupts – genauer: eine „Reisekette“ genannte Kopie – Teil der Paulus-Ausstellung ist. Auf einer Plakette dieser Kette sei Paulus abgebildet, Patron nicht nur des Doms, sondern auch der Stadt. Das zeige: „Stadt und Kirche gehören zusammen und prägen diese Stadt“, sagt Fuchs.
Hans-Bernd Köppen, Dompropst des St.-Paulus-Doms, wirbt, dass das „Paulus“ „Zeugnisse der Geschichte und Glaubensgeschichte“ der Stadt und des Bistums zeige. Er freue sich bereits darauf, in wechselnden Ausstellungen in den kommenden Jahren weitere Exponate des Domschatzes zu verschiedenen Themen zeigen zu können.
Das Museum sei auch eine „Form der Glaubensweitergabe“, so Köppen. Dass diese bei freiem Eintritt möglich sei, verdanke man auch zahlreichen Stifterinnen und Stiftern im Hintergrund.
Bischof Heiner Wilmer segnet Räume
Hörbar erleichtert berichtet Architekt Jörg Preckel, die Arbeiten seien erst am Tag vor der Eröffnung beendet worden: „Was später fertig ist, bleibt länger neu“, hofft er scherzhaft.
Dank spricht er der Eigentümerfamilie des Hauses, dem Domkapitel und anderen Beteiligten aus. Man habe nicht „30, 40 Leute“ in die Konzeption einbezogen, sondern nur einen kleinen Kreis. Der Grund: „Der kleinste gemeinsame Nenner ist immer ein Zwerg.“ Und ein Zwerg war der Namensgeber des Museums und des Doms ja nun nicht – gilt der heilige Paulus doch als bedeutender christlicher Missionar und „Völkerapostel“.
Ehe die geladenen Gäste durch die Ausstellung schlendern, spricht Bischof Heiner Wilmer ein Segensgebet und besprengt die Räume des Museums mit Weihwasser.