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Gast-Kommentar von Peter Neher zum Verhältnis der Politik zur Klimakrise

Mut zu sozial-gerechtem Klimaschutz!

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Die Klimakrise hat weltweite Auswirkungen. Doch die Politik mache einfach zu wenig. Deshalb müsse die Bundestagswahl zur Klimawahl werden, schlägt Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, in seinem Gast-Kommentar vor. Viele gute Vorschläge für effektiven Klimaschutz gebe es ja bereits.

Ausgetrocknete Seen im Wes­ten der USA und überflutete Gemeinden hierzulande. Das sind die Bilder des Sommers 2021. Es sind Bilder, wie man sie seit vielen Jahren aus anderen Teilen der Welt kennt – aber häufig nicht als etwas wahrgenommen hat, was uns wirklich angeht.

Ich hoffe, dass niemand mehr die zerstörerische Kraft der menschengemachten Klimakrise bezweifelt. Ich hoffe, dass diese Bilder und die schrecklichen Schicksale der Menschen uns wachrütteln und wir von der Politik fordern, was sie uns schuldet: konkrete Pläne, wie die Erderwärmung begrenzt werden kann.

Wahl zur Klimawahl machen

Wir wählen in wenigen Wochen einen neuen Bundestag und können diese Wahl zu einer Klimawahl machen. Wer durch die Wahlprogramme blättert, findet viele Ziele und Absichten in Sachen Klima, wie diese aber in konkrete Maßnahmen übersetzt werden, ist nicht unbedingt mitgeliefert. Konkrete Vorschläge und Wege sind es aber, was wir am dringendsten brauchen!

Papst Franziskus macht immer wieder auf die sozialen Folgen der aktuellen Entwicklungen aufmerksam. „Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; sie stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar“ (Laudato Si, 25).

Gute Vorschläge liegen auf dem Tisch

Der Autor
Prälat Peter Neher (66) ist seit 2003 Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Der Theologe und Priester stammt aus dem Allgäu.

Tatsächlich trifft es die Schwächsten am härtesten. Deswegen beschäftigt sich die Caritas weltweit mit den Auswirkungen der Klimakrise: Dürre oder Überschwemmungen vertreiben arme Menschen aus ihrer Heimat; die Älteren sterben unter der Hitze – oder können sich vor dem Wasser nicht in Sicherheit bringen; die Kinder berauben wir ihrer Zukunft. Im Namen all dieser Menschen fordern wir: Tut endlich etwas!

Es gibt gute Vorschläge. Etwa eine Bepreisung für jede ausgestoßene Tonne CO2 – zu einem Preis, der vor Emissionen wirklich abschreckt. Die Einnahmen sollen den Menschen in Form einer einheitlichen Klimaprämie zurückgezahlt werden. Wer wenig konsumiert, kaum fliegt und das Auto stehen lässt, profitiert besonders. Das trifft gerade auf einkommensschwache Haushalte zu. Nur so ist diese Maßnahme sozial-gerecht und effektiv.

Auch der Abbau klimaschädlicher Subventionen wie des Dienstwagenprivilegs ist ein guter Weg, Klimaschutz zu betreiben, ohne die Schwächsten aus dem Blick zu verlieren.

Es braucht Mut – und vor allem schnelles Handeln.

Die Positionen der Gast-Kommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von "Kirche-und-Leben.de" wider.

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