Bewerbungsschluss am 15. Oktober

Mutig, neugierig, freiwillig – mit dem Bistum Münster ins Ausland

Freiwilligendienst im Ausland.
Louisa und Jonas berichten von ihrem Freiwilligendienst im Ausland.Video: Martin Schmitz
Freiwilligendienst.

Das Abi in der Tasche, die Ausbildung abgeschlossen, die Bachelorarbeit geschrieben – an diesen Lebenswenden packt junge Menschen oft das Fernweh, weiß Judith Wüllhorst vom Referat Freiwilligendienste im Ausland des Bistums Münster. „Dann wollen viele noch was erleben, etwas von der Welt sehen, bevor ‚der Ernst des Lebens‘ losgeht.“

Während andere Anbieter die Abenteuerlust der jungen Kunden ansprechen, zielt das Bistum Münster mit dem Angebot der Freiwilligendienste auf die soziale Ader der jungen Menschen. „Wie der Name schon verrät, steht bei uns der Dienst am Nächsten im Mittelpunkt“, erklärt Wüllhorst, die 2009 selbst einen Freiwilligendienst mit dem Bistum Münster gemacht hat.

Was Bewerber mitbringen müssen

Judith Wüllhorst arbeitet heute im Referat Freiwilligendienste im Ausland des Bistums Münster. 2009 war sie selbst als Freiwillige unterwegs. | Foto: Martin Schmitz
Judith Wüllhorst arbeitet heute im Referat Freiwilligendienste im Ausland des Bistums Münster. 2009 war sie selbst als Freiwillige unterwegs. | Foto: Martin Schmitz

Die Länder, in denen die Auslands-Freiwilligen des Bistums ihren Dienst verrichten können, sind exotisch: Ghana, Mexiko, Uganda, Tansania, Ruanda, Südafrika und die Dominikanische Republik. „Das sind alles schöne Reiseziele“, ist sich Wüllhorst sicher. „Doch abseits der touristisch erschlossen Gegenden ist die Not oft groß.“ Hier helfen die Freiwilligen beispielsweise in Waisenhäusern, Schulen oder bei der Sozial- und Jugendarbeit von Kirchengemeinden.

„Unsere Freiwilligen werden in ihrem Dienst mit großer Armut, geringer Bildung und schlechter Gesundheitsversorgung konfrontiert“, erklärt Wüllhorst. „Um diese Situationen auszuhalten, bedarf es schon einer gewissen physischen und psychischen Stabilität.“ Außerdem bräuchten Bewerber für den Freiwilligendienst Neugier, Mut, Flexibilität im Denken und „die Offenheit, in ein komplett neues Leben einzusteigen“. Schließlich lebten sie zwölf Monate in einem fremden kulturellen Umfeld.

„Hier entstehen richtig tiefe Freundschaften“

Von den jährlich etwa 100 Bewerbern werden gut 60 zum Bewerberseminar eingeladen. Dort kommen sie auch in Kontakt mit ehemaligen Freiwilligen. „Uns ist wichtig, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie in ihren Projekten keine Einzelgänger sind“, sagt Wüllhorst. Jeder Projektstelle würden mindestens zwei Freiwillige zugeteilt.

„Es ist eine Gemeinschaft, mit der man sich auf den Weg macht“, erklärt Wüllhorst. Hier träfen die Freiwilligen die Menschen, die sie in den kommenden zwölf Monaten „durch alle Hochs und Tiefs tragen“. Und Wüllhorst weiß aus eigener Erfahrung: „Hier entstehen richtig tiefe Freundschaften.“ Eine ihrer besten Freundinnen habe sie im Freiwilligendienst kennengelernt.

Auch für Anders- und Nichtgläubige

Alle Infos zum Freiwilligendienst im Ausland auf der Internetseite www.ms-freiwillig.de.

Eine gemeinsame Wertebasis ist den Anbietern wichtig. „Eine wertschätzende Haltung den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber“, erklärt Wüllhorst. Dabei sei es kein Ausschlusskriterium, wenn ein Bewerber „nichts mit Kirche am Hut“ habe. „Wir wollen jedem den Zugang zum Freiwilligendienst im Ausland ermöglichen“, sagt Wüllhorst, „auch Anders- und Nichtgläubigen“.

Jedes Jahr kann das Referat Freiwilligendienste im Ausland des Bistums Münster mit dem staatlich geförderten „Weltwärts“-Programm etwa 30 Projektstellen besetzen. Am 15. Oktober endet der Bewerbungsschluss für den Freiwilligendienst 2019. „Wir freuen uns darauf, wieder ganz unterschiedliche Menschen kennenzulernen.“