„Arbeiterin der Barmherzigkeit“

Mutter Teresa heiliggesprochen

Papst Franziskus hat am Sonntag (04.09.2016) die Ordensgründerin Mutter Teresa (1910-1997) heiliggesprochen. Mutter Teresa sei eine „unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit“ gewesen, würdigte Franziskus die aus dem heutigen Mazedonien stammende Friedensnobelpreisträgerin, die im indischen Kalkutta als „Engel der Armen“ durch ihre Hilfe für Waisenkinder und Obdachlose bekannt wurde. An der festlichen Zeremonie auf dem Petersplatz nahmen bei strahlendem Sonnenschein rund 120.000 Menschen teil, darunter neben dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi zwölf weitere Staats- und Regierungschefs.

Mutter Teresa habe sich über die Erschöpften gebeugt, „die man am Straßenrand sterben ließ“, und ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt erhoben, „damit sie angesichts der Verbrechen der Armut, die sie selbst geschaffen hatten, ihre Schuld erkennen sollten“, sagte der Papst in seiner Predigt. Die Mission der Ordensgründerin in den Randzonen der Städte und des Lebens bleibe „in unserer Zeit ein beredtes Zeugnis für die Nähe Gottes zu den Ärmsten der Armen“. Der Gedenktag der neuen Heiligen ist ihr Todestag, der 5. September.

1.500 Arme zum Mittagessen im Vatikan

Die Heiligsprechung und der anschließende Gottesdienst fanden unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 1.000 Polizisten und Spezialkräfte waren im Einsatz. Weltweit übertrugen 120 Sendeanstalten die Heiligsprechung.

Nach der Heiligsprechung lud der Papst 1.500 Obdachlose und Arme aus ganz Italien zum Mittagessen in den Vatikan ein. 250 Mutter-Teresa-Schwestern servierten den Gästen im Vorraum der Audienzhalle Pizza Napoletana. Unterstützt wurden sie von 50 Angehörigen des männlichen Ordenszweigs. Gebacken wurde die neapolitanische Spezialität von 20 Pizzabäckern aus der süditalienischen Stadt, die mit drei Pizzaöfen angereist waren.