Unterschiedliche Reaktionen aus Kirche und Gesellschaft

Nach Bodes Rücktritt: Respekt, Dank, aber auch Kritik

  •  Nach dem Rücktritt von Bischof Bode wird ihm Respekt dafür gezollt, Verantwortung für seine Fehler in der Missbrauchsaufarbeitung zu übernehmen.
  •  Dank kommt vom Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) für sein Mitwirken am Synodalen Weg.
  • Betroffenen-Vertreter kritisieren den späten Zeitpunkt des Rücktritts.

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Mit Franz-Josef Bode ist erstmals ein katholischer Bischof in Deutschland im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal zurückgetreten. Der Papst nahm den Amtsverzicht des dienstältesten amtierenden katholischen Bischofs bundesweit an. Die Reaktionen auf den Schritt fielen unterschiedlich aus.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat das Wirken Bodes im Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland gewürdigt. Er habe den Synodalen Weg als Präsidiumsmitglied "maßgeblich mitgestaltet und ihm immer wieder eine Stimme gegeben", erklärte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp in Berlin.

„Ein glaubwürdiger Argumentierer“

Bode sei an der Zukunft des Christseins "elementar" interessiert gewesen. "Er war bereit, sich im Argumentieren überzeugen zu lassen und selbst durch Argumentieren zu überzeugen. Klerikale Überheblichkeit war und ist ihm fremd. Das spricht sehr für ihn und zeigt, warum er jetzt konsequent seinen Rücktritt vom Amt suchte." Er habe durch seine Person glaubwürdig gemacht, dass Kirche einen Neuanfang brauche.

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße äußerte ebenfalls Bedauern, aber auch Respekt. Er dankte Bode für "das gute brüderliche Miteinander". Er selbst werde mit Bode seine eigene Weihe zum Erzbischof 2015 verbinden. Die Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Osnabrück, Katharina Abeln, erklärte, mit Bode gehe ein "Mitstreiter auf vielen weiteren Ebenen".

„Wegweisender Schritt“

Der Betroffenenrat Nord sprach von einem "wegweisenden Schritt in die richtige Richtung". Man sei zuversichtlich, dass der "Aufarbeitungs- und Schutzprozess" im Bistum weiter "konstruktiv und zielgerichtet" verfolgt werde. Der Geschäftsführer der Betroffeneninitiative Eckiger Tisch, Matthias Katsch, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), dass Bode schon früher hätte zurücktreten müssen. Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, betonte gegenüber der KNA, es müsse klar sein, dass Bode "bei weitem nicht der einzige katholische Funktionsträger ist, der seiner damit verbundenen Verantwortung nicht gerecht geworden ist".

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben mit Respekt auf Bodes Rücktritt reagiert. Der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit würdigte als Vorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen die Entscheidung, mit der Bode persönliche Verantwortung übernehme. Adomeit dankte Bode zugleich für seine Offenheit und Gastfreundschaft und eine vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit in fast 28 Jahren seines Wirkens. „Er hat die Ökumene gerade in Niedersachsen mit seiner theologischen Arbeit deutlich geprägt.“