Franziskus lag vor wenigen Tagen noch im Krankenhaus

Nach Bronchitis: Strammes Oster-Programm für den Papst

  • Papst Franziskus wird an einem Großteil der Feierlichkeiten rund um die Kar- und Ostertage im Vatikan persönlich teilnehmen.
  • Die meisten liturgischen Leitungen überlässt er aber wie auch schon in den vergangenen Jahren Kardinälen.
  • Am 1. April wurde Franziskus nach einer Bronchitis aus dem Krankenhaus entlassen.

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Mit der sogenannten Chrisam-Messe hat Papst Franziskus an diesem Donnerstag die Feier der wichtigsten Tage im Kirchenjahr begonnen. Auch alle folgenden Kar- und Ostergottesdienste will er persönlich leiten. Viele liturgische Handlungen überlässt er dabei allerdings wie im vergangenen Jahr Kardinälen. Am 1. April war Franziskus nach einer infektiösen Bronchitis aus der Gemelli-Klinik in Rom entlassen worden.

In seiner Predigt am Gründonnerstag rief der Papst Bischöfe und Priester zu Harmonie und Gemeinschaft in der katholischen Kirche auf und sprach sich gegen Geschwätz, Parteienbildung, die Sehnsucht nach der Vergangenheit, Entmutigung, Pessimismus und Angst aus. „Lasst uns bitte darauf bedacht sein, die Salbung des (Heiligen) Geistes und das Gewand der Mutter Kirche nicht mit Uneinigkeit, Polarisierungen oder mit fehlender Nächstenliebe und Gemeinschaft zu beschmutzen“, so Franziskus weiter.

Priester erneuerten Weiheversprechen

An dem Gottesdienst im Petersdom nahmen zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie rund 1.800 Priester teil, die vor Franziskus ihre Weiheversprechen erneuerten. Der Papst ermutigte sie in seiner Predigt zur Offenheit. „Wie viele Menschen kommen nicht zu uns oder wenden sich ab, weil sie sich in der Kirche nicht angenommen und geliebt, sondern misstrauisch beäugt und verurteilt fühlen“, sagte er. „Seien wir in Gottes Namen gastfreundlich und vergeben wir, immer!“ Franziskus weihte zudem die "Heiligen Öle", die unter anderem bei Taufen, Firmungen und Krankensalbungen verwendet werden.

Am Altar zelebrierte der Vikar des Papstes für das Bistum Rom, Kardinal Angelo De Donatis. Abgesehen von gelegentlichem Husten und Räuspern schien Franziskus bei dem Gottesdienst in körperlich guter Verfassung zu sein.

Papst auch im Kolosseum dabei

Am Abend will er in einem römischen Jugendgefängnis die Messe zum Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu feiern, die mit dem Ritus der Fußwaschung verbunden ist. Es handelt sich um die Strafanstalt, in der er schon am Gründonnerstag vor zehn Jahren – kurz nach seiner Wahl zum Papst – männlichen und weiblichen Häftlingen die Füße wusch.

An Karfreitag will Franziskus mit Tausenden Menschen den Kreuzweg am Kolosseum in Rom beten und am Ende den Apostolischen Segen erteilen. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit war allgemein erwartet worden, dass er sich bei diesem Termin, der bei kühlen Temperaturen abends und im Freien stattfindet, vertreten lassen würde.

„Urbi et orbi“ am Sonntag erwartet

Die Osternacht am Samstagabend zelebriert das Kirchenoberhaupt im Petersdom. Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten im Vatikan ist der Ostersegen "Urbi et orbi" (Der Stadt Rom und dem Erdkreis), der mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist. Den Segen spricht Franziskus am Ostersonntag vom Balkon des Petersdoms aus, zuvor feiert er auf dem festlich geschmückten Petersplatz die Ostermesse.