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Jörg Alt kämpft für neue Gesetze zum Umgang mit Lebensmitteln

Nach „Containern“: Darum zeigt sich ein Jesuitenpater selbst an

  • Nach einer Lebensmittel-Rettungsaktion ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg gegen den Jesuitenpater Jörg Alt wegen Diebstahls.
  • Grundlage sind polizeiliche Ermittlungen nach einer Selbstanzeige von Alt.
  • Alt freut sich über das Verfahren - er will es politisch nutzen.
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Nach einer Lebensmittel-Rettungsaktion ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg gegen den Jesuitenpater Jörg Alt wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall. Grundlage seien polizeiliche Ermittlungen nach einer Selbstanzeige von Alt, teilt die Staatsanwaltschaft dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit.

Alt hatte am Wochenende und in der Nacht zu Dienstag an drei Nürnberger Supermärkten Gemüse, Fertiggerichte, Brot und Milchprodukte beim sogenannten "Containern" aus Mülltonnen geholt. Die Lebensmittel verschenkte er in der Innenstadt vor einer Discounterfiliale.

Lebensmittelrettungsgesetz verlangt

Mit der Aktion will der Priester auf ein Gesetz aufmerksam machen, das es in Deutschland verbietet, noch essbare Nahrungsmittel aus den Mülltonnen von Supermärkten zu holen. Es sei Ausdruck eines Wirtschaftssystems, das Privateigentum und den Profit weniger Menschen über den realen Bedarf der vielen setze, kritisiert Alt.

Der Pater fordert ein Lebensmittelrettungsgesetz, wie es in Frankreich 2016 eingeführt wurde. Es habe dazu geführt, dass viele noch essbare Produkte den Tafeln und anderen Hilfsorganisationen zugutekämen.

Alt: Ich freue mich über die Ermittlungen - ich will "sticheln"

Pater Jörg Alt freut sich über das Ermittlungsverfahren. Nun könne er die Bundesregierung daran erinnern, dass der Koalitionsvertrag ein Lebensmittelrettungsgesetz verspreche. Es existiere bereits ein umsetzungsfertiger Vorschlag. "Es gibt also keinen Grund, die Dinge zu verzögern", sagt Alt.

Der Pater sichert zu, alle Auflagen und Strafen wegen des Ermittlungsverfahrens zu akzeptieren, wenn das Gesetz durch den Bundestag sei. Solange es aber nicht verabschiedet sei, werde er "weiter sticheln" und sich durch möglichst viele Instanzen klagen. Für die juristische Auseinandersetzung will der Priester Spenden sammeln, damit er keine Gelder seines Ordens verwenden muss, sagt er dem epd.

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