Manfred Frericks belegt ersten Platz der Ausschreibung

Nach Kirchen-Abriss: Entwürfe für Josefszentrum in Greven

Manfred Frericks vom Architektenbüro „e4 architekten“ aus Münster hat den ersten Platz bei der Ausschreibung zum Neubau des Josefszentrums in Greven belegt. Das hat eine Jury aus Vertretern der Pfarrgemeinde, dem Generalvikariat des Bistums Münster und externen, unabhängigen Fachleuten entschieden.

Dabei hat Frericks genaue Vorstellungen von der neuen Kirche: „Es war uns wichtig, ein offenes Gebäude zu schaffen. Im Vordergrund steht das Kirchengebäude, das man über den Kirchhof erreicht. Nach hinten hin wird es mit Gruppenräumen ein wenig privater. Ruhe findet man im Patio, das an eine Terrasse erinnern soll.“

Kirchengebäude mit vielen Funktionen

Architekt Manfred Frericks Architekt Manfred Frericks erklärt, was er sich bei seinem Entwurf zum neuen Josefszentrum gedacht hat. | Foto: Melanie Ploch

Das neue Josefszentrum solle also vor allem multifunktionell sein. Die Gruppenräume im angebundenen Pfarrheim würden über eigene Eingänge verfügen, sodass das neue Gebäude mehrfach genutzt werden könne und sich keiner in die Quere komme. Moderne Trennwände ermöglichten ebenso eine mehrfache Nutzung des Kirchengebäudes.
Ungefähr 120 Plätze befinden sich in dem Hauptkirchengebäude. Bei größeren Veranstaltungen kann man dem Konzept zufolge zusätzlich die gleiche Menge an Plätzen anbinden, sodass ungefähr bis zu 240 Menschen Platz in der neuen Kirche finden.

Alte Elemente wiederverwendet

Und auch Elemente der jetzigen Josefskirche, die dem neuen Josefszentrum weichen muss, sollen integriert werden: „Der große Satteldach der alten Kirche ist natürlich identitätsstiftend. Deshalb war es unsere erste Idee, dieses wieder aufzugreifen“, erklärte Frericks und führte an, dass auch weitere Elemente wie zum Beispiel das Kreuz oder die bunte Rosette übernommen werden.

„Es war auch der Wunsch der Gemeinde, dass etwas von der alten Kirche übernommen wird“, erklärte Ellen Wiewelhove von „post welters + partner“, einem Architekten- und Stadtplanungsbüro aus Dortmund, das für die Organisation des Wettbewerbs zuständig war.

Alte Kirche muss weichen

„Es stand für uns fest, dass ein neues Gebäude her muss“, erklärte Pfarrer Klaus Lunemann. „Das alte Gemeindehaus war der heutigen Zeit nicht mehr entsprechend und die Kirche auf Dauer auch nicht.“ So sei die bald weichende Kirche mit Platz für 400 Menschen zu groß gewesen. Entsprechend lägen auch die Unterhaltungskosten zu hoch. Klar war aber, dass der Kirchenstandort erhalten bleiben muss. „Wir sind hier mitten in einer Wohnsiedlung und haben Kindergärten in der Nähe“, erläuterte Wiewelhove.

Ellen Wiewelhove vom Planungsbüro „post welters + partner“, Pfarrer Klaus Lunemann und Architekt Manfred Frericks freuen sich auf den Bau des neuen Josefszentrums. | Foto: Melanie Ploch

Insgesamt acht Architekten nahmen an der Ausschreibung teil. Nachdem ihnen eine Aufgabenbeschreibung mit Forderungen und Wünschen an das neue Josefszentrum vorgestellt worden war, hatten sie acht Wochen Zeit, konkrete Entwürfe zu machen. Neben dem Wunsch der Erhaltung der Elemente der alten Kirche war es eine Vorgabe, sich auf maximal 600 Quadratmeter zu beschränken, um die Unterhaltungskosten niedrig zu halten.

Abriss und Baustart so bald wie möglich

„Die Kirchengemeinde freut sich schon auf das neue Josefszentrum. Auch wir möchten so schnell wie möglich starten“, berichtete Pfarrer Lunemann. Weiter gehe es nun mit Gesprächen und Überarbeitungen des Entwurfs. Auf ungefähr ein Jahr schätzt Architekt Manfred Frericks die Bauzeit des neuen Josefszentrums. Wann dieser beginnen kann, könne man noch nicht sagen. Ein möglicher Start für den Abriss der Josefskirche sei aber November 2018.

Am Abend sollte die Gemeinde bei einer Veranstaltung über das Bauvorhaben informiert werden.