Caritas und SkF mit Aufruf zum „Equal Care Day“ am 29. Februar

Nach wie vor schaffen Frauen am meisten in der Pflege und Haushalt

Frauen leisten im Schnitt viermal so viel Erziehungsarbeit, Pflege von Angehörigen und Haushaltsführung wie Männer. Das wiederum hat Folgen für ihre soziale Absicherung.

Frauen leisten im Schnitt viermal so viel Erziehungsarbeit, Pflege von Angehörigen und Haushaltsführung wie Männer. Das wiederum hat Folgen für ihre soziale Absicherung: Erwerbsunterbrechungen und familienbedingte Teilzeitbeschäftigung führen zu geringen Lebenserwerbseinkommen, begründen geringe eigenständige Renten und sind weiter ein Risikofaktor für Altersarmut. Darauf wollen katholische Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) zum „Equal Care Day“ am 29. Februar aufmerksam machen.

„Es sind in Deutschland hauptsächlich Frauen, die sich um andere kümmern - sei es beruflich oder im privaten Umfeld. Das ist aber mitnichten eine rein private Angelegenheit, zumal es gravierende soziale und sozialpolitische Folgen hat“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Gleichstellung und Partnerschaftlichkeit müssen durch rechtliche Maßnahmen unterstützt werden“, bekräftigt Hildegard Eckert, Bundesvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). „Viele Paare wollen eine partnerschaftlichere Aufteilung der Familienarbeit“, sagt Eckert. „Steuer- und familienpolitische Strukturen stehen diesem Wunsch in vielen Fällen entgegen. Geringe Löhne in typischen Frauenberufen, von denen viele auch Care-Berufe sind, oder Regelungen wie die geringfügigen Beschäftigungen oder Ehegattenmitversicherungen, schaffen häufig Anreize, das klassische Modell der Mitverdienerehe zu wählen“.

Caritas-Jahreskampagne setzt sich für Arbeitszeitmodelle ein

Nicht selten konzentrieren sich Frauen zu Lasten ihrer eigenständigen Existenzsicherung auf die Erziehung der Kinder und später auf die Pflege der Angehörigen. Sorge für die Nächsten braucht Zeit. Väter und Mütter sowie Pflegende wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder und zu pflegenden Angehörigen. Arbeitszeitmodelle, die dies unterstützen, müssen verstärkt werden. Das ist ein Anliegen, das der Deutsche Caritasverband im Rahmen seiner Jahreskampagne 2020 #seigutMensch mit besonderem Engagement aufgreift.

Care-Arbeit ist aber nicht nur ein Thema innerhalb der Familie. Auch die berufliche Care-Arbeit ist sehr ungleich verteilt: Pflege- und Erziehungsberufe üben mehrheitlich Frauen aus. „Wir müssen die sozialen Berufe für Frauen und Männer attraktiv machen und das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das in den caritativen Verbänden groß geschrieben wird, für alle und auf allen Ebenen noch konsequenter anpacken“, so Peter Neher.

An dem vom Verein „klische*esc“ organisierten Aktionstag beteiligen sich unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Bundeszentrale für politische Bildung. Nach Angaben der Organisatoren machen Veranstaltungen in rund 30 Städten darauf aufmerksam, dass Kindererziehung und Pflege überwiegend von Frauen übernommen werden. Bei Lesungen, Workshops oder an Info-Ständen fordern Organisationen und Verbände eine höhere Wertschätzung dieser Care-Arbeit.

Drucken