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Jahrelange Verhandlungen um Nutzung und Finanzierung

Nach zähem Ringen: Borkener Pfarrei kann „Altes Kloster“ wieder nutzen

  • Fünf Jahre musste die Pfarrei Christus König in Borken-Gemen warten, bis die Renovierungsarbeiten ihrer Gemeinderäume im so genannten Alten Kloster abgeschlossen werden konnten.
  • Im früheren Franziskanerkloster hat auch die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle neue Räume bezogen.
  • Pfarrer Andreas Lüke dankt Gemeinde für ihre Geduld.
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Ende gut, alles gut. So könnte man den Gemütszustand in der Pfarrei Christus König in Borken-Gemen kurz zusammenfassen, wenn es um ihr „Altes Kloster“ geht. Nach mehr als fünf Jahre andauernden Renovierungsarbeiten konnte nun Pfarrer Andreas Lüke die neuen Gemeinderäume im früheren Franziskanerkloster segnen.

„Wir sind froh, endlich wieder Räume für unsere Zusammenkünfte zu haben. Danken möchte ich für die Geduld der Gemeinde“, sagte Lüke. Neben dem Pfarrheim entstanden sind in dem Gebäude eine Priesterwohnung und Räume für die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL), die das Bistum Münster gemietet hat.

Lebhafte Diskussionen in Borken

Mit dem Bauabschluss endet ein jahreslanges Ringen um die Renovierung, bei der Architekten und Handwerker immer wieder neue Baustellen entdeckten und bei der Kirchenvorstand, Zentralrendantur und Diözesan-Kirchensteuerrat oft nachverhandeln mussten, welche Investitionen überhaupt noch zu stemmen und zu rechtfertigen sind.

Schon Jahre vor Renovierungsbeginn 2016 wurde in Borken lebhaft darüber diskutiert, wie das Alte Kloster nahe der Jugendburg Gemen genutzt werden kann. Im Gespräch waren neue Räume für die Zentralrendantur, ein Konzept für Kultur und Religionswelten, eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen und Flüchtlingsunterkünfte.

Erhalt eines historischen Gebäudes

Nachdem viele Diskussionen im Sand verliefen, fühlten sich die Pfarrei als Eigentümerin der Immobilie und das Bistum Münster als Mieter von Räumen schließlich verpflichtet, das historische Gebäude zu erhalten und dort kirchliches Leben zu ermöglichen.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte das ehemalige Franziskanerkloster damals bereits als besonderes Denkmal ausgezeichnet. Die dreiflügelige Anlage, die aus zwei Klosterflügeln und einer monumentalen Saalkirche besteht, wurde in der Zeit von 1705 bis 1756 gebaut. Der Konventsbau ist bis heute fast unverändert erhalten geblieben.

Kulturgut für Westfalen

Vom LWL hieß es: „Komplett erhaltene Franziskanerklöster sind selten, da die meisten entweder im Krieg zerstört oder später stark verändert wurden. Deshalb haben das Kloster und die Kirche in Gemen aus religionsgeschichtlicher und volkskundlicher Sicht eine große wissenschaftliche Bedeutung für Westfalen.“

Das Kloster wurde 1806 im Zuge der Säkularisation geschlossen. 1915 zogen Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, die in der Krankenpflege tätig waren, in das Klostergebäude. Einige Jahre waren dort auch Klassen für die Volksschule eingerichtet. 1994 verließen die letzten Schwestern Gemen. Vereine, Gremien und Verbände nutzten dann die Räume. Eine Jugendbücherei wurde eröffnet.

Nutzung der Marien-Kirche

Nach den nun erfolgten Baumaßnahmen im früheren Konventsgebäude sollen einige Renovierungsarbeiten in der St.-Marien-Kirche am Alten Kloster folgen.

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