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Die 29-Jährige ist eine von acht Personen, die am Sonntag zu Pastoralreferentinnen im Bistum Münster beauftragt werden. Ein Porträt.
Es sind ihre ersten Arbeitstage, Ina Terwiel fährt durch die Straßen Borkens und durch die Ortschaften der Propsteigemeinde St. Remigius. Kirchen, Pfarrheime, Wege, die sie in den kommenden Monaten kennenlernen will – zuerst aber schaut sie sich einfach um: „Ich war in manchen Ortschaften wirklich noch nie“, sagt die 29-Jährige, die mit ihrem Partner in Rhede wohnt, und lacht. In dieser Anfangszeit geht es für sie vor allem darum, sichtbar zu werden: Einrichtungen besuchen, Menschen anrufen, Kitas, Bestattungsinstitute und Altenheime kontaktieren. „Jetzt ist die Zeit, mich vorzustellen“, erklärt sie. „Das ist das A und O – Beziehungen aufbauen.“
Seit dem 1. August unterstützt Ina Terwiel als Pastoralreferentin das Seelsorgeteam der Propsteigemeinde St. Remigius in Borken. Sie selbst beschreibt sich als „klassisch katholisch sozialisiert“: In ihrer Heimatstadt Rhede war sie Messdienerin seit der Kommunion, später Messdienerleiterin, viele Jahre war sie ehrenamtlich in der Jugendarbeit, bei Ferienlagern und bei Aktionen wie den Sternsingern mit dabei. Nach dem Abitur machte sie zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau, arbeitete anschließend ein halbes Jahr in der Volksbank in Rhede – eine Zeit, die sie geprägt hat. Sie half ihr, den Umgang mit Menschen zu lernen, offen zu sein, auf Menschen zuzugehen.
Bester Nebenjob
Doch Ina Terwiel traf eine Entscheidung: „Mein Engagement in der Pfarrei, bis dahin mein Hobby, hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich genau das beruflich machen wollte.“ Im Theologiestudium in Münster interessierte sie vor allem die praktische Theologie — nicht zuletzt, weil sie sich gern mit konkreter Arbeit in den Gemeinden beschäftigt.
Ihre Magisterarbeit schrieb sie über spirituelle Begleitung von Menschen mit Demenz. Parallel zum Studium arbeitete Ina Terwiel in einem Altenheim in Rhede und sammelte so direkte Erfahrungen mit älteren Menschen und gottesdienstlicher Begleitung. „Das war der beste Nebenjob, den man haben konnte“, sagt sie über die Zeit: „Ich habe so viel zurückbekommen und es hat mich in meiner Berufswahl bestätigt.“
„Predigen macht Spaß“
Die Assistenzzeit in der Pfarrei St. Lambertus in Ascheberg hat sie breit aufgestellt: Kinder- und Jugendarbeit, Messdienergemeinschaften, Erstkommunionvorbereitung, Firmkatechese, Jugendfahrten und Gottesdienste. „Ich konnte überall Eindrücke sammeln“, beschreibt sie, und das sei genau richtig gewesen, um herauszufinden, wo die persönlichen Neigungen liegen. Predigten hält sie gern und oft: „Mir macht das total Spaß. Ich versuche, aus dem Evangelium heraus etwas für den Alltag zu holen — was ist heute relevant?“
Was ihr wichtig ist? „Beziehungen“, sagt Ina Terwiel schlicht. Gemeinschaft stiften, Teil der Gemeinde sein - und darunter ein tragendes Fundament: ein Glaube, der verbindet: „Eine Balance finden zwischen Bewahren und Kreativität“ - das ist ihr persönlicher Anspruch.
Im Team der Propsteigemeinde stehen in den kommenden Wochen Gespräche an: Ein Teamtag im Oktober soll konkrete Zuständigkeiten klären. Bis dahin bleibt Ina Terwiel unterwegs, stellt sich vor, hört zu und knüpft erste Bande: „Ich freue mich auf die die neuen Aufgaben hier in Borken.“