BEAUFTRAGT FÜR DIE MENSCHEN (1)

Neue Pastoralreferentin Sarah Behne: Eventmanagerin für den Glauben

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Die 31-Jährige ist eine von acht Personen, die am 28. September als Pastoralreferenten im Bistum Münster beauftragt werden. Ein Porträt.

„Eigentlich wollte ich gar nicht Pastoralreferentin werden“, sagt Sarah Behne und lacht. Ein Satz, der überrascht. Vor allem, wenn man hört, mit wie viel Leidenschaft die 31-Jährige heute von ihrer Arbeit spricht. „Doch nun fühlt es sich gut an“, fügt sie schnell hinzu. Drei Jahre war die Theologin in der Pfarrei St. Johannes/St. Ludger in Billerbeck tätig. Eine Zeit, die sie geprägt hat.

Die Ausbildung habe sie sowohl beruflich als auch persönlich bereichert. „Ich liebe es, vielfältig und kreativ zu arbeiten. Ich stürze mich gern in Projekte, in die ich ganz eintauchen kann“, erzählt sie. Dabei versteht sie sich weniger als klassische Seelsorgerin, die Menschen durch alle Lebensphasen begleitet. Vielmehr sieht sie sich als eine Art Eventmanagerin für den Glauben. „Ich arbeite gern mit Schwerpunkten. Da geht mein Herz auf.“

Liturgie mal anders

Dass Kirche heute andere Wege gehen muss, ist für sie keine Frage. „Die Gesellschaft ist zu einer Eventgesellschaft geworden. Da müssen wir als Kirche reagieren“, ist sie überzeugt. Es brauche Angebote, die Menschen spontan annehmen können, ohne langfristige Bindung, aber mit Tiefgang. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Ostern Ma(h)l-anders“ im vergangenen Jahr. In der Billerbecker St.-Johanni-Kirche wurden die Bänke zur Seite geräumt und am Gründonnerstag eine lange Tafel aufgestellt. Am Karfreitag folgte ein stiller Kreuzweg mit Impulsen, am Samstagabend eine Einstimmung auf die Osternacht.

Die Mischung kam gut an – so gut, dass in diesem Jahr die Kar- und Ostertage im Taizé-Stil gefeiert wurden. „Einige Firmbewerber haben bei der Gestaltung mitgeholfen“, erzählt sie. Für viele sei das eine neue, intensive Form gewesen, Ostern zu erleben. „Daneben gab es in der Pfarrei natürlich auch die klassischen Liturgien“, betont sie.

Kinder und Familien

Überrascht hat sie selbst, wie sehr sie die Arbeit mit Kindern begeistert hat. Während ihres freiwilligen sozialen Jahres auf der Jugendburg Gemen und im Theologiestudium hatte sie vor allem mit Jugendlichen gearbeitet. Doch dann unterrichtete sie ein Schuljahr lang im Rahmen der Ausbildung Religion an der Ludgeri-Grundschule. Und in dieser Zeit entdeckte sie auch eine neue Leidenschaft. „Kinder sind so offen und neugierig“, sagt sie. Eine Fortsetzung in diesem Bereich sei nicht ausgeschlossen.

Aus dieser Erfahrung entstand ein neues Projekt: offene Angebote für Familien mit Grundschulkindern. Gemeinsam mit einem Kreis ehrenamtlicher Frauen hat sie Formate entwickelt, die Glauben im Alltag erlebbar machen – etwa die Offene Johannikirche mit verschiedenen Stationen zum „Kerzenscheinsamstag“, der jedes Jahr im November in Billerbeck stattfindet. Neben solchen Projekten gehörten aber auch klassische Aufgaben wie die Erstkommunionvorbereitung zu ihrem Alltag.

Viele Arten von Verkündigung

Was sie aus ihrer Ausbildungszeit mitnimmt? „Das Evangelium lässt sich auf viele Arten verkünden und sie dürfen nebeneinander stehen.“ In der Gemeinde habe sie erlebt, wie Vielfalt gelebt wird. „Ich konnte lernen, fragen, ausprobieren. Und ich wurde in meinen Stärken gesehen.“ Besonders das gute Miteinander im Seelsorgeteam habe sie getragen.

Auch wenn sie sich in Billerbeck wohlfühlt, steht der nächste Schritt bevor. Gemeinsam mit ihrem Mann zieht es sie zurück in die Heimat. Bis Ende des Jahres bleibt sie noch, unter anderem als Mitglied im Koordinierungsteam des pastoralen Raums. Danach geht es zurück in den oldenburgischen Teil des Bistums. „Im besten Fall in die Nähe von Ganderkesee. Dort bin ich aufgewachsen, war in der Gemeinde aktiv und dort lebt meine Familie“, erzählt sie.

Sarah Behne ist eine von acht Pastoralreferentinnen und -referenten, die in diesem Jahr im Bistum Münster beauftragt werden.

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