Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege wird zusammengefasst

Neue Pflege-Akademie entsteht 2020 in Coesfeld

Im nächsten Jahr wird die neue Ausbildung „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ an Schulstandorten in Coesfeld und Dülmen angeboten. Dabei verschmelzen die bisherigen Ausbildungen in der Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zur neuen generalistischen Ausbildung.

Für die beiden Pflegeschulen im Kreis Coesfeld hat dies gravierende Konsequenzen: Das Caritas-Altenpflegeseminar und die Schule für Gesundheitsberufe der Christophorus-Kliniken wachsen zusammen zur neuen und bereits gegründeten Schule für Pflegeberufe gGmbH. Gemeinsam mit acht weiteren kirchlichen Trägern und etwa 50 Kooperationspartnern geht die Pflegeakademie für den Kreis Coesfeld unter der Bezeichnung „carecampus“ Anfang 2020 an den Start.

Ein Campus für Schüler

Der neue Name „carecampus“ verdeutliche ein umfassendes Verständnis von Pflege (care) und Ausbildung (campus), erklärte Christian Germing, Vorstand des Caritasverbands für den Kreis Coesfeld, bei der Vorstellung des neuen Schul-Logos.

Zusammen mit dem Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken und der Schule für Gesundheitsberufe, Mark Lönnies, wird Germing in den nächsten Monaten als Geschäftsführer der Schule für Pflegeberufe die Pflegeakademie aufbauen und dabei intensiv für den Ausbildungsberuf werben. „Die Reform in der Ausbildung für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege macht den Beruf attraktiver“, hofft Germing.

Zukunftsfähige Pflegeausbildung

Zusammen mit den Christophorus-Kliniken mit ihren Standorten Coesfeld, Nottuln und Dülmen habe der Caritasverband rechtzeitig den Grundstein für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung im Kreis Coesfeld gelegt. „Wir haben rechtzeitig geplant, um gut vorbereitet an den Start gehen zu können“, sagt Germing. Dazu gehört neben dem Zusammenschluss der beiden Schulen auch der Umzug der Coesfelder Schule vom Standort Goxel in die Coesfelder Innenstadt.

Derzeit wird das ehemalige Postgebäude umgebaut. „Im Vergleich zum alten Standort verdoppeln wir die Raumfläche auf 1700 Quadratmeter“, sagt Lönnies. Der Standort biete künftig auch Raum für Fort- und Weiterbildungsangebote. Die Reform der Pflegeausbildung bedeute, „dass es für die Pflege nur noch einen Berufsabschluss gibt, der für alle Bereiche der Pflege qualifiziert“, sagt Lönnies.

Übergangszeit 2020

Es handele sich um eine neu gestaltete Ausbildung, bei der nicht nur einfach die Inhalte von bisher drei Ausbildungen zusammengeführt werden. Die Einsätze im Praxisfeld erfolgten im Krankenhaus, in der stationären Altenpflege und in der ambulanten Pflege, die auch die Träger der Ausbildung sein können, und in weiteren Einsatzbereichen. Die Abschlüsse als Alten-, oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger seien unter besonderen Bedingungen weiter für eine Übergangszeit im nächsten Jahr möglich.

Etwa hundert junge Menschen absolvieren an den beiden Schulen einen Teil ihrer Ausbildung. „Diese hohe Zahl möchten wir im Kreis Coesfeld gern beibehalten“, sagt Germing. Er sei optimistisch, weiterhin junge Menschen für die Ausbildung begeistern zu können. Das Image des Pflegeberufs müsse verbessert werden. Darin seien sich alle Verantwortlichen einig.

Faire Bezahlung

Dass auch im Pflegeberuf gutes Geld verdient werden kann, machte Lönnies deutlich: „Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Jahr mehr als 1000 Euro brutto monatlich. Das ist im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen ganz ordentlich.“ Das Einstiegsgehalt einer Fachkraft könne je nach Aufgabenfeldern und Verantwortungen bei etwa 2900 Euro brutto liegen.

Reform der Pflegeausbildung
Die bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen werden ab 2020 in einem neuen Pflegeberufegesetz zusammengeführt.
Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen. Auszubildende, die im dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“.
Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können wählen, ob sie – statt die generalistische Ausbildung fortzusetzen – einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.