Einführung am Sonntag, 19. November

Neuer Pfarrer Kauling kommt zu Fuß nach Kevelaer

Er freut sich darauf, in Kevelaer die „Empfangskultur“ pflegen zu können. Für Gregor Kauling ist der Ort etwas Heiliges. Er sieht sich deshalb in der Aufgabe, dieses Heilige zu bewahren und die Spiritualität zu pflegen. Der Wallfahrtsort ist andererseits ein Treffpunkt für Menschen, die nicht zum harten Kern der Kirchengemeinden gehören. Er sieht sein Wirken also zwischen Tradition und Öffnung.

Am 19. November wird Pastor Gregor Kauling als neuer Wallfahrtsrektor und Pfarrer von St. Marien in Kevelaer in sein Amt eingeführt. Traditionell läuft der neue Pfarrer von der Hubertuskapelle in der Ortschaft Keylaer die etwa zwei Kilometer zur Gnadenkapelle. An der St.-Hubertus-Grundschule begrüßen ihn die Schülerinnen und Schüler. Von dort geht es weiter zur Nachbarschaft „Kleine Null“ am Hagelkreuz an der Weezer Straße. Diese Nachbarschaft begrüßt seit alters her den neuen Pfarrer. Die Feier am Hagelkreuz beginnt um 14.30 Uhr.

Pilger mit Luftballons

Die berühmte Orgel in der Marienbasilika wird bei der Einführung des neuen Pfarrers in Kevelaer erklingen. | Foto: Michael Bönte
Die berühmte Orgel in der Marienbasilika wird bei der Einführung des neuen Pfarrers in Kevelaer erklingen. | Foto: Michael Bönte

Begleitet von den Bruderschaften, Gilden, Verbänden und Vereinen zieht Pfarrer Kauling zum Kapellenplatz, wo er eine Kerze zu Ehren der Gottesmutter entzündet. Das festliche Hochamt beginnt um 15 Uhr in der Marienbasilika. Kauling hat sich intensiv auf diesen Moment vorbereitet.

Mit der Dinslakener Fußwallfahrt, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert, ist er nach Kevelaer gepilgert. „Von meiner vorherigen Pfarre in die neue zu wallfahrten hatte den Charakter von Exerzitien“, erinnert er sich. „Auf Karten hat die Pilgergruppe unterwegs Gedanken niedergeschrieben, wo wir Menschen Trost brauchen“, erzählt Kauling. An der Stadtgrenze von Kevelaer habe man diese Karten an Luftballons gehängt und sie vor der Gnadenkapelle in die Luft steigen lassen. „138 Pilger mit ihren blauen Ballons – das war ein tolles Bild“, schwärmt der Seelsorger.

In Altötting gelernt

Schon früh hat der Geistliche sich mit dem Thema Wallfahrt beschäftigt. „Die Wallfahrt begleitet mich schon länger“, sagt Kauling. „Sie passt sehr gut zu meinem biographischen Weg.“ In seinem ersten Priesterjahr hat der verstorbene Bischof Reinhard Lettmann ihn nach Altötting gesandt. Dort hat er gewohnt und war auch ins Wallfahrtsleben mit einbezogen. In der Gemeinschaft Emmanuel und in unterschiedlichen Kirchengemeinden hat er für die Kirchenmissionen das Programm erarbeitet.

Als 23-Jähriger hat ihn und viele andere Mutter Teresa während des Jugendkongresses  1987 in Kevelaer angesprochen: „Was möchtest du aus deinem Leben machen?“, hat sie die jungen Menschen gefragt. Kauling fühlte sich persönlich angefragt. „Das war der eigentliche Wendepunkt in meinem Leben, der mich mit Kevelaer verbindet“, beschreibt Kauling sein Erlebnis.

Medjugorje spielt für Kauling besondere Rolle

Auf dem Kapellenplatz in Kevelaer verschnaufen die Pilger vor dem Gnadenblid der „Trösterin der Betrübten“. | Foto: Michael Bönte
Auf dem Kapellenplatz in Kevelaer verschnaufen die Pilger vor dem Gnadenblid der „Trösterin der Betrübten“. | Foto: Michael Bönte

Kauling hat sich während seiner Priesterausbildung auch mit anderen Marienorten auseinandergesetzt. So hat Medjugorje für ihn eine besondere Rolle gespielt. Dirk Grothues, sein priesterlicher Freund und langjähriger theologischer Berater von „Kirche+Leben“, hat die Geheimnisse dieses Marienortes immer in die Mitte der Kirche gerückt.

Die geistige Tiefe, die den Menschen dort geschenkt wird und die Botschaft des Friedens liegen Kauling am Herzen. Dennoch beobachtet er die Entwicklung wachsam und nüchtern. Wichtig ist ihm, die Marienorte nicht zu vermischen. Jeder Ort habe seinen Charakter. „In Kevelaer suchen die Menschen bei Maria Trost“, sagt Kauling.