NIEDERSACHSEN

Nach Kritik an neuem Religionsunterricht: So reagieren die Kirchen

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Lehrplan ohne Jesus? In Niedersachsen regt sich Kritik an den Lehrplänen des neuen ökumenischen Unterrichts. Jetzt reagieren die Kirchen.

Die niedersächsischen Kirchen weisen Kritik an geplanten Inhalten des neuen Schulfachs „Christliche Religion“ zurück. So hatte etwa die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, Jesus werde bei den Unterrichtsthemen künftig weitgehend wegfallen. Dem widersprach unter anderem das Bistum Osnabrück. „Der Christliche Religionsunterricht (CRU) ist in jeglicher Hinsicht ein bekenntnisgebundener Religionsunterricht“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Der Unterricht ist als ökumenisches Projekt des Landes und der christlichen Kirchen in Niedersachsen ab dem kommenden Schuljahr geplant. Die beiden bislang vorgelegten Entwürfe für die Lehrpläne sind nach Angaben des ebenfalls beteiligten Bistums Hildesheim gemeinsam von Kirchen und Kultusministerium zur Anhörung an den Landtag gegeben worden. Die Ergebnisse des Anhörungsverfahrens würden ebenfalls gemeinsam ausgewertet. „Die Endfassungen sollen dann Ende April vorliegen. Für diese wird zuletzt das Einvernehmen der Kirchen erbeten und ebenso die Zustimmung des Landtages.“ Die Kirchen rechneten bis dahin noch mit Änderungen.

Buddhismus und Islam im neuen Niedersachsen-Lehrplan

Die Kritik der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ bezieht sich vor allem auf die inhaltliche Ausrichtung der vorgelegten Lehrpläne. So behandelten etwa nur fünf von 130 möglichen Themen explizit Jesus Christus. Diese fünf Unterrichtsthemen stünden zudem auf derselben Verbindlichkeitsstufe wie Inhalte zur Meditationspraxis im Buddhismus oder der Scharia im Islam. Auch politische Themen wie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und „Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Entwicklungsaufgabe“ würden behandelt.

Laut Bistum Osnabrück soll der Unterricht die Perspektiven der Unterrichtsteilnehmer aufgreifen und zukunftsfähiger werden. „Der CRU will verhindern, dass im Laufe der nächsten Jahre die einzige Antwort auf die Demografie der Wechsel in ein ausschließlich religionskundliches Fach wird“, so der Bistumssprecher. Auch wenn andere Religionen betrachtet würden, seien im Kernlehrplan das christliche Fundament und die kirchliche Anbindung des Unterrichts festgehalten. „Die Ressourcen des Christentums sind hier nicht eine Perspektive von mehreren, sondern die unhinterfragbare Grundlage des CRU.“

Was die evangelische Kirche sagt

Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen unterstrich auf Anfrage eine hohe Aktualität des geplanten Unterrichts. Religiöse Bildung für Kinder und Jugendliche sei ein wesentlicher Beitrag, mit den Herausforderungen des modernen Lebens, den multiplen Krisen und der Gestaltung der Zukunft umgehen zu können. Ausgangspunkt dafür sei ausdrücklich die Hoffnung der Auferstehung Christi, die die Kirchen an Ostern feiern.

Auch Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) hatte am Wochenende betont, der Unterricht sei bekenntnisgebunden: „Anders ist ein christlicher Religionsunterricht auch schlicht nicht denkbar.“ Der Anhörungsentwurf stelle unmissverständlich klar, dass die gemeinsamen christlichen Inhalte, Handlungsperspektiven und Glaubenserfahrungen im Fokus stünden. „Die aktuellen Schlagzeilen zum geplanten neuen Religionsunterricht in Niedersachsen verzerren die Tatsachen.“

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