RELIGIONSFREIHEIT

Hunderte Christen aus Gottesdienst entführt – so reagiert die Polizei

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Nigerias Behörden haben den Vorfall bestätigt, nachdem es zunächst andere Aussagen gab. Auch in Deutschland reagiert ein Experte besorgt.

Die nigerianische Polizei hat am Mittwoch die Massenentführung von Dutzenden Menschen aus Kirchen offiziell bestätigt. Das berichteten lokale Medien. Bewaffnete überfielen nach Angaben der Christlichen Vereinigung Nigerias (CAN) am Sonntag während des Gottesdienstes zwei Kirchen in Kurmin Wali, einem Ort im Süden des Bundesstaats Kaduna.

Zwischenzeitlich hatten der zuständige Polizeikommissar und lokale Behördenvertreter geäußert, die Angriffe habe es nie gegeben. Mit der „Lüge“ wolle man Unruhe stiften.

Was über die Täter bekannt ist

Nach Überprüfungen unter anderem von Geheimdienstquellen habe man nun aber neue Erkenntnisse. Nach Angaben der Online-Zeitung „Premium Times“ kündigte die Polizei zudem an, die Opfer sicher zu befreien und die Lage in der Region zu normalisieren.

Über die mutmaßlichen Täter, die am Sonntagmorgen zunächst mehr als 170 Menschen verschleppten, ist bisher offiziell nichts bekannt. Beobachter gehen davon aus, dass sie Lösegeld erpressen wollen. Eine Woche zuvor waren in der Gegend 20 Personen verschleppt worden, für deren Freilassung die Dorfgemeinschaft Geld gezahlt hatte.

Bundesbeauftragter in Sorge

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), äußerte sich besorgt über die Verschleppung der Christen. Die Berichte aus dem Bundesstaat Kaduna erschütterten ihn zutiefst, schrieb Rachel auf der Internetplattform X: „Meine Gedanken sind in der Hoffnung auf eine schnelle Befreiung bei den Opfern und ihren Familien.“

Rachel schrieb, das genaue Ausmaß bleibe unbestätigt, doch klar sei: „Die Sicherheit für die Menschen muss verbessert und gerade auch Kirchen müssen geschützt werden.“

Die Lage in Nigeria

In Nigeria wurden in den vergangenen Monaten wiederholt christliche Einrichtungen überfallen; etwa im November eine Schule, aus der mehr als 300 Mädchen und Jungen – zumeist im Grundschulalter – verschleppt wurden. Sie wurden kurz vor Weihnachten befreit.

Von Entführungen betroffen sind allerdings nicht nur Christen, sondern auch Muslime. Experten zufolge wählen Täter ihre Opfer auch danach aus, ob Angehörige Lösegelder zahlen können.

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