110.000 Euro für faire Arbeit bereits gestiftet

Nikolaus-Groß-Stiftung der KAB im Bistum Münster kann loslegen

Die „Nikolaus-Groß-Stiftung der KAB im Bistum Münster“ kann ihre Arbeit aufnehmen. Regierungspräsidentin Dorothee Feller (CDU) überreichte dem Stiftungsvorstand am Freitag in Münster die Anerkennungsurkunde, wie die Bezirksregierung Münster mitteilte. Die Stiftung wolle Projekte fördern, die der Völkerverständigung dienen und die Demokratie stärken. Sie ist benannt nach dem Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten, christlichen Gewerkschafter, Bergmann und Journalisten Nikolaus Groß (1898-1945), der 2001 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.

Das Stiftungsvermögen beträgt laut Angaben einschließlich bereits erhaltener Zustiftungen 110.000 Euro. Das Geld muss uneingeschränkt erhalten bleiben. Die Arbeit der Stiftung wird aus den Erträgen finanziert. Zuwendungen zum Stiftungsvermögen und Spenden zur zeitnahen Verwendung seien erwünscht, hieß es.

Insbesondere will sich die Stiftung den Angaben zufolge für eine gerechtere und menschlichere Arbeitswelt einsetzen. Weitere Ziele seien eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeitnehmerbildung und -kultur, ein solidarisches Miteinander der Generationen sowie die Bewahrung der Schöpfung. Ihre Arbeit basiere auf den Werten der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Motivation und Ziele seien zudem die unantastbare Würde eines jeden Menschen, Eigenverantwortung und die Entwicklung von Möglichkeiten zur Selbstbestimmung.

Zeichen setzen am Jahrestag des Hitler-Attentats

Die Überreichung der Urkunde erfolgte am Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944, in dessen Folge Groß verhaftet wurde. Er hatte zuvor als Bergmann und als Redakteur gearbeitet. Zudem war der siebenfache Familienvater als Gewerkschafter unter anderem in der Katholischen Arbeiter-Bewegung (KAB) aktiv. Nach seiner Verhaftung aufgrund seiner Kontakte zu den Widerständlern wurde er am 15. Januar 1945 vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Plötzensee durch Erhängen hingerichtet. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 7. Oktober 2001 in Rom selig.