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Kirchen und Verbände würdigen den verstorbenen CDU-Sozialpolitiker

"Norbert Blüm war ein unverzichtbarer Mitstreiter"

Vertreter von Kirchen und Sozialverbänden zeigen sich nach dem Tod des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm betroffen. Bischöfe, KAB und Diakonie würdigten den Politiker und engagierten Katholiken, der im Alter von 84 Jahren gestorben ist.

Vertreter von Kirchen, Hilfsorganisationen und Sozialverbänden zeigen sich nach dem Tod des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm betroffen. Der katholische Sozialbischof Franz-Josef Overbeck würdigte Blüm als „leidenschaftlichen christlichen Sozialpolitiker“. Über viele Jahre habe Blüm die Sozialpolitik in Deutschland wesentlich mitbestimmt und dabei die sozialen Sicherungssysteme reformiert und weiterentwickelt, so der Essener Bischof.

Sein langjähriger Vorgänger als Sozialbischof, Kardinal Reinhard Marx, nannte Blüm einen „Menschen und Politiker, der die Prinzipien der katholischen Soziallehre nicht nur theoretisch beschworen, sondern im Rahmen des politisch Möglichen auch praktisch umgesetzt hat“.

Messdiener und Pfadfinder

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf erklärte, er sei Blüm „sehr dankbar für sein Wirken als Politiker, das von seinem christlichen Glauben geprägt war“. Blüm stammte ursprünglich aus dem Bistum Mainz. Dort sei er „in die katholische Kirche hineingewachsen“, so Kohlgraf: „Er war Messdiener und engagierte sich bei den Pfadfindern, auch später pflegte er Kontakte ins Bistum Mainz“.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie nannte Blüm einen „Gestalter, für den sein christliches Menschenbild stets die Richtschnur seiner Politik war“. Dem CDU-Politiker sei die Sache stets wichtiger gewesen als seine Person. „Wir werden seine Stimme vermissen“, sagte Lilie.

"Herz-Jesu-Marxist"

Für die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sei Blüm „ein unverzichtbarer Mitstreiter“ gewesen, sagte deren Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann. So habe er nicht nur die Pflegeversicherung ausgebaut, sondern auch die Anerkennung von Kindererziehungszeiten in die gesetzliche Rente eingeführt. „Die häufig verwendete Bezeichnung 'Herz-Jesu-Marxist' war für ihn eher ein Ehrentitel und für seine Gegner eine klare Ortsbestimmung“, so Luttmer-Bensmann.

Blüm starb im Alter von 84 Jahren, wie seine Familie am Freitag in Bonn mitteilte. Der gebürtige Rüsselsheimer war unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) 16 Jahre lang Minister für Arbeit und Sozialordnung. Er lebte in Bonn und war seit 1964 verheiratet mit Marita Blüm, mit der er drei Kinder bekam.

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