Früherer Bundestagspräsident verbinde Politik und Glauben

Norbert Lammert mit Ökumenischem Predigtpreis ausgezeichnet

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (69) hat für sein Lebenswerk den Ökumenischen Predigtpreis 2017 erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm am Sonntag bei einem Gottesdienst in Bonn überreicht. Er habe mit seiner Wortgewalt nicht nur als Politiker, sondern auch als gefragter Prediger in Gottesdiensten oder auf Kirchentagen beeindruckt, begründete der Verlag für die Deutsche Wirtschaft als Preisstifter die Ehrung. Lammert gelinge es, die politische Bedeutung christlicher Predigt ins Bewusstsein zu rufen.

Die ökumenisch besetzte Jury um den Bonner Theologen Reinhard Schmidt-Rost hob besonders Lammerts Reden zum Auschwitz-Gedenken und zum Tag der Deutschen Einheit hervor. Sie stünden exemplarisch für die „herausragende Kunst der Verschmelzung von politischer Rede und christlicher Predigt“ von Lammert, der am Freitag als Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung gewählt wurde. Der im Jahr 2000 erstmals vergebene undotierte Predigtpreis aus einer Bronzeskulptur soll die Redekunst in den Kirchen fördern.

Weitere Preisträger

Zu den diesjährigen Preisträgern zählen auch die Bonner Pfarrvikarin Alexandra Pook und der Züricher Theologe Thomas Muggli-Stokholm. Sie nahmen die Auszeichnung bereits bei einer Feier Mitte November entgegen. Die alt-katholische Pfarrvikarin Pook wurde geehrt für eine Predigt, die sie bei der Hochzeit eines Musikerpaares hielt. Dabei führte sie einen Songtext des US-amerikanischen Countrysängers Steve Earle mit einem biblischen Text zusammen. Muggli-Stokholm habe mit einer Karfreitagspredigt eine andere Sicht auf den sonst nur als Verräter betrachteten Jünger Judas geschaffen, hieß es zur Begründung.