Kölner Architektin Schock-Werner: Arbeiten bislang „sehr sorgfältig“

Notre-Dame: Wie geht es an Pariser Kathedrale nach dem Feuer weiter?

Die Kölner Architektin Barbara Schock-Werner schildert den Zustand der Pariser Kathedrale Notre-Dame gut zwei Wochen nach dem verheerenden Brand als zwiespältig. Das Ausmaß der Zerstörung sei einerseits erschreckend, sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch. Andererseits könne man es fast als Wunder bezeichnen, dass etwa die berühmten Fenster der Querhaus-Fassade und die Madonnenfigur aus dem 14. Jahrhundert unversehrt geblieben seien.

Schock-Werner, die von 1999 bis 2012 Dombaumeisterin des Kölner Doms war, befindet sich derzeit mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Paris. Beide treffen dort mit dem französischen Kulturminister Franck Riester zusammen und informieren sich über die Schäden, die der Großbrand am 15. April an der Kathedrale verursacht hat.

Schock-Werner: Gewaltige Aufgaben an Notre-Dame

Die Aufgabe des Wiederaufbaus sei „gewaltig“, erklärte Schock-Werner. „Es wird aber bereits Großartiges geleistet.“ Derzeit dürfe das Mittelschiff der Kirche nicht betreten werden. Ein Roboter vermesse die erhaltenen Gewölbeteile, um deren Haltbarkeit zu prüfen. Auch Drohnen kämen zum Einsatz, bevor Menschen den gesperrten Bereich der Kirche wieder betreten dürften. Die bisherigen Arbeiten verliefen „sehr sorgfältig“, betonte die 71-Jährige.

Im Vorfeld ihres Besuchs hatte sich die Architektin skeptisch zu dem von Staatspräsident Emmanuel Macron angekündigten Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren geäußert. Vor Ort habe sie indes nicht den Eindruck gehabt, dass die Arbeiten auf Kosten der Qualität gingen, so die Expertin. Denkbar sei etwa, dass die Kirche in fünf Jahren mit einer untergehängten Decke wieder geöffnet werden könne, während die Arbeiten am Dachstuhl weitergingen.

Schock-Werner als zentrale Ansprechparterin aus Deutschland

Bereits am Dienstag hatte Grütters das deutsche Hilfsangebot für den Wiederaufbau von Notre-Dame bekräftigt. Schock-Werner soll dauerhaft als zentrale Ansprechpartnerin und Koordinatorin der Hilfe bereitstehen. Zudem hätten zahlreiche Unternehmen und Experten sowie Sachverständige aus Bund und Ländern signalisiert, den Wiederaufbau unterstützen zu wollen, hieß es.