EU-Recht wird umgesetzt

NRW-Bistümer eröffnen gemeinsames Datenschutzzentrum

Die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen bündeln ihr Engagement in Sachen Datenschutz. Am Donnerstag (01.09.2016) nimmt das Katholische Datenschutzzentrum (KDSZ) mit Sitz in Dortmund seine Arbeit auf, wie das Erzbistum Paderborn am Mittwoch (31.08.2016) mitteilte. Damit wollten die Bistümer den heutigen rechtlichen Anforderungen in Sachen Datenschutz besser gerecht werden, ein entsprechendes Beratungsangebot bereitstellen und dabei die Synergieeffekte einer überdiözesanen Organisationsform nutzen, erklärte der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt als Vorsitzender des KDSZ-Verwaltungsrates.

 

Geleitet wird das neue Zentrum, das vom Land NRW als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wurde, von dem Juristen Steffen Pau. Der 44-jährige Rechtsanwalt war seit 2005 Datenschutzbeauftragter der Deutschen Finanzagentur, einem Finanzdienstleistungsunternehmen im Eigentum der Bundesrepublik mit Sitz in Frankfurt.

Ansprechpartner für Datenschutzrecht und Datensicherheit

Hardt überreichte dem neuen Leiter die Ernennungsurkunde der fünf Diözesanbischöfe. Pau wird mit seinem Amtsantritt am Donnerstag Diözesandatenschutzbeauftragter für die Erzdiözesen Köln und Paderborn sowie die Bistümer Aachen und Essen und den in NRW gelegenen Teil des Bistums Münster. Zusammen mit seinem Team werde er Ansprechpartner in Fragen des Datenschutzrechts, der Datensicherheit und der Datenschutzaufsicht sein. Zugleich enden die Beauftragungen der bisherigen Diözesandatenschutzbeauftragten in den einzelnen Bistümern.

Nach dem Grundgesetz ist die katholische Kirche berechtigt, den Bereich des Datenschutzes eigenverantwortlich zu regeln, wie es hieß. Dabei könne jede Diözese sowohl ein eigenes Datenschutzrecht setzen als auch eine eigene Datenschutzaufsicht durch einen Beauftragten ausüben. Neue Vorgaben des europäischen Rechts erforderten veränderte Organisationsformen für den Datenschutz auch im kirchlichen Bereich. "Zudem spielt der Datenschutz in nahezu allen, auch in kirchlichen Kontexten, eine immer größere Rolle", sagte Hardt. "Technische Möglichkeiten der Datennutzung nehmen ebenso zu wie die Sensibilität der Betroffenen für den Schutz ihrer personenbezogenen Daten", so der Generalvikar.