Christina Schulze Föcking beim Bauerntag der KLB in Rindern

NRW-Landwirtschaftsministerin will Basisabsicherung für Bauern

Vertreter der konventionellen und der biologischen Landwirtschaft müssen sich auf Augenhöhe begegnen, meint die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU). Nur gemeinsam ließen sich die anstehenden Probleme lösen. Darüber hinaus wünschte sich die Ministerin bei einem Bauerntag der Katholischen Landvolk-Bewegung (KLB) in Rindern (Kreisdekanat Kleve), dass das Bild der Landwirtschaft wieder mehr von Ökonomie, Ökologie und Sozialem geprägt werde.

Schulze Föcking forderte eine Basisabsicherung für die Bauern. Angesichts des Auftrags, die Menschen zu ernähren, müsse das Einkommen und das Risiko der Landwirte abgesichert werden. Bauern brauchten Planungssicherheit.

„Große Wirtschaftskraft der Landwirte“

Die Ministerin, die selbst bis 2017 auf dem eignen Hof gearbeitet hatte, erinnerte bei dem Treffen an die große Wirtschaftskraft der Landwirte. Zwei Prozent des Bruttosozialprodukts würden durch die Landwirtschaft erzielt. Damit sei die Agrarwirtschaft die viertgrößte Wirtschaftsbranche des Landes.

Schulze Föcking sprach vor den Bauern auch Problemfelder wie den steigenden Flächenverbrauch, das drastische Insektensterben und die zurückgehende Fläche für Grünstreifen an. Sie mahnte die Anwesenden, den Flächenverbrauch so gering wie möglich zu halten. Der Flächenverbrauch werde aber auch durch die Ausweisung von Ausgleichsflächen intensiviert. So müssten für acht Hektar Straße 60 Hektar als Ausgleichsfläche ausgewiesen werden. Das entspreche etwa der Fläche eines mittelständischen Hofes.

„Ehrlich über den Einsatz von Glyphosat reden“

„Wir müssen offen und ehrlich auch über den Einsatz von Glyphosat sprechen“, kam die Ministerin zum nächsten Thema. Sie regte an, die Menge des Giftes zu reduzieren und beispielsweise zur Erntereife das Mittel auszusetzten.

Eine umfassende Prüfung und Bewertung von Giften zum Schutz von Nutzpflanzen durch unabhängige Behörden war eine weitere Forderung der Ministerin. Sie wolle einen neuen Umgang mit dem Thema, weg von „ideologischem Handeln“ hin zu fundierten Kriterien, die auf der Basis wissenschaftlicher Untersuchungen gewonnen werden. „Und eben nicht nach einer bestehenden Großwetterlage und dem Druck der Medien“, sagte sie.