Staatdessen soll ein gemeinsames Fach alle Religionen behandeln

NRW-Schülervertretung gegen konfessionellen Religionsunterricht

Die Landesschülervertretung (LSV) fordert die Abschaffung des konfessionell getrennten Religionsunterrichts an nordrhein-westfälischen Schulen. Der interreligiöse Dialog müsse bereits im Schulunterricht beginnen, heißt es in einer Stellungnahme der LSV an den Landtag. Alle Schüler sollten in einem Fach unterrichtet werden, das sich mit verschiedenen Weltanschauungen und Religionen befasse.

Dies fördere die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit, hieß es. Zugleich könne durch einen solchen Unterricht die Verharmlosung antisemitischer und antimuslimischer Taten verhindert werden. Ein überkonfessioneller Religionsunterricht würde „nicht nur die Freiheit zu einer Religion, sondern auch die Freiheit von Religion als mögliche Weltauffassung thematisieren“, so die Schülervertretung.

Zum islamischen Religionsunterricht

Solange das NRW-Schulgesetz konfessionellen Religionsunterricht vorsieht, tritt die Schülervertretung laut Erklärung für einen eigenständigen islamischen Religionsunterricht ein. Angesichts von mehreren hunderttausend muslimischen Schülern würde ein Wegfall dieses Unterrichts „eine strukturelle und institutionelle Diskriminierung“ bedeuten.

Allerdings dürfe das Schulministerium beim muslimischen Unterricht die Bildungsinhalte „nicht federführend anderen Institutionen überlassen“, fordert die Landesschülervertretung. Deshalb dürfe die von CDU und FDP vorgesehene Kommission für den Islam-Unterricht mit Vertretern muslimischer Verbände nur beratenden Charakter haben.