Politikerin besucht katholisches Internat Loburg in Ostbevern

NRW-Schulministerin Gebauer will mehr digitale Bildung

Bei einem Besuch des katholischen Internats Schloss Loburg in Ostbevern (Kreis Warendorf) hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) für mehr digitale Bildung in den Schulen geworben. „Geld ist genug vorhanden. Die Schulen sollten es abrufen und die digitale Bildung vorantreiben“, erklärte die Politikerin vor Schulleitern und Lehrern katholischer Schulen im Münsterland.

Auch sollten die Schulen mehr digitale Endgeräte anschaffen. „Wir haben einen Nachholbedarf und müssen für die digitale Welt von morgen gewappnet sein.“ Lehrer müssten die Möglichkeit haben, entsprechende Fortbildungen machen zu können.

Inklusion soll neu gestaltet werden

Gefragt nach der Zukunft von Förderschulen und der Umsetzung der Inklusion, kündigte Gebauer an, die Bedürfnisse von Schülern, Eltern und Lehrkräften besser zu berücksichtigen. Die Landesregierung werde die Inklusion umsteuern und neu gestalten. „Wir brauchen weiterhin Förderschulen, aber dabei sagen wir auch: Inklusion ist ein Menschenrecht.“ Das Land wolle ein möglichst breites Förderschulangebot in den Kommunen erhalten beziehungsweise schaffen.

Wenige Stunden nach Verabschiedung des Gesetzentwurfs zur Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren erklärte Gebauer: „Wir wollen mit der Rückkehr zu G9 einen langen politischen Streit beenden und den Wünschen vieler Eltern und Schulleiter nachkommen.“ In Nordrhein-Westfalen soll „G 9“ zum Schuljahr 2019/2020 wieder zur Regel werden.

Die Umstellung zum Schuljahr 2019/20 soll mit den Jahrgangsstufen fünf und sechs beginnen. „Gymnasien können aber auch einmalig die Entscheidung treffen, bei G8 zu bleiben“, erklärte Gebauer. Sie rechne damit, dass nur sehr wenige Schulen bei G8 blieben. Die Kosten für den Umstieg sollten nicht an den Kommunen hängen bleiben. Gebauer kündigte Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden an. Nach Berechnungen des Schulministeriums würden etwa 2.300 zusätzliche Lehrerstellen in Nordrhein-Westfalen nötig sein.

„Ein gutes Gespräch“

„Es war ein gutes Gespräch über das, was viele Menschen im Land bewegt“, sagte der Internatsleiter von Schloss Loburg, Oliver Niedostadek. Domvikar Jochen Reidegeld vom Vorstand der Bischöflichen Stiftung Collegium Johanneum/Internat Loburg begrüßte die klaren Aussagen der Schulministerin und die Absicht, mehr in Bildung zu investieren. William Middendorf betonte als Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Bischöflichen Generalvikariat, dass auch die katholischen Träger der Schulen daran interessiert seien, die „beste Bildung für die Schüler“ zu gewährleisten.