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Gast-Kommentar von Claudia Möllers zur Botschaft des Glaubens

Ob Männer oder Frauen – vor allem braucht Kirche glaubwürdige Zeugen

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Der Advent ist eine bewegende Zeit. Corona beschäftigt die Gesellschaft. Zusätzlich lädt der Papst zum Nachdenken über Synodalität in der katholischen Kirche ein. Worauf es bei der frohen Botschaft des Glaubens ankommt, erklärt Journalistin Claudia Möllers in ihrem Gast-Kommentar.

Die Zeit der Erwartung beginnt. Advent. Wieder mal. Und doch irgendwie anders in diesem Jahr. Was erwarten Menschen von diesem Advent?

Nach den vielen Monaten der durch die Pandemie erzwungenen Ruhe vielleicht endlich wieder eine fröhliche Vorweihnachtszeit mit Besuchen auf Weihnachtsmärkten? Wie kann man in diesem Jahr Weihnachten überhaupt feiern? Gehen wir am Heiligabend wieder unbeschwert in die Kirche? Oder schießen die Corona-Zahlen weiter so hoch, dass man sich im kleinen Kreis Geimpfter zu Hause sicherer fühlt?

Viel Bewegung in kirchlichen Debatten

Die Autorin
Claudia Möllers stammt aus Münster und wuchs im Münsterland auf. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie in den Acht­zigerjahren bei „Kirche+Leben“. Im Anschluss arbeitete sie bei der Bischöflichen Pressestelle in Münster. Seit 31 Jahren gehört sie zur Redaktion des „Münchner Merkur“, wo sie heute die Bayern-Redaktion leitet und Kirchenthemen bearbeitet.

Für viele Katholiken steht die Vorbereitungszeit auf die Ankunft Christi in diesem Jahr außerdem unter einem ganz besonderen Stern. In allen Diözesen der Welt soll auf Einladung des Papstes über Synodalität in der katholischen Kirche nachgedacht werden. Die Ergebnisse werden nach Rom geschickt und ausgewertet – und im Oktober 2023 werden dann die Herren Bischöfe aus aller Welt darüber beraten und befinden. Die große Frage ist: Wo können in welchen Bereichen Geweihte und die sogenannten Laien, wo können Männer und Frauen künftig in der Kirche besser zusammenwirken? Und wo sind die Grenzen?

Es ist vieles in Bewegung derzeit, die Sorge ist groß, dass die Debatten in die falsche Richtung gehen könnten. Vielen geht es nicht schnell und nicht konsequent genug voran. Andere fürchten, dass zu viel an katholischer DNA verloren geht, wenn Strukturen und Hierarchien umgekrempelt werden, wenn Macht plötzlich geteilt werden soll.

Worauf kommt es an?

Die Adventszeit als Zeit der Erwartung ist eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, worauf es wirklich ankommt. Gemeinsam dürfte Reformbefürwortern und Reformkritikern der Wunsch sein, dass der Glaube weitergegeben wird und in Zukunft eine Kraft bleibt, die die Gesellschaft mitgestaltet. Dass Menschen mit einer Dimension bekannt gemacht werden, die ihr Leben bereichern und besser machen kann, die Sinn stiftet, die verbindet, die tröstet und ihnen Hoffnung gibt, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist.

Die Weitergabe des Glaubens ist eng verknüpft mit Riten, Traditionen und Sakramenten. Doch es ist zu wenig, darauf zu verweisen, dass einfach mehr über und mit Gott gesprochen werden muss – und dann werde alles besser. Wir Menschen müssen schon bei der helfenden Gnade mitwirken. Dabei ist es unerheblich, ob es Männer oder Frauen sind, die im Namen Gottes tätig werden. Wichtig allein ist, dass dieser Mensch es versteht, die „frohe Botschaft“ so glaubwürdig zu vermitteln und zu verkörpern, dass sie heute verstanden und erlebbar wird. Zu Weihnachten darf man sich ja schließlich etwas wünschen.

Die Positionen der Gastkommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von „Kirche+Leben“ wider.

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