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Umweltschutz ist ein Querschnittsthema des Treffens

Öko, bio, fair: So nachhaltig will der Katholikentag in Stuttgart sein

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Die Zukunft der Kirche und der Krieg in der Ukraine stehen im Zentrum des Katholikentags ab Mittwoch in Stuttgart. Ziel ist aber auch, zu mehr Umweltschutz zu motivieren. Und zu zeigen, dass eine klimagerechte Großveranstaltung machbar ist.

Schon bei der Anreise in Deutschlands Autohauptstadt Stuttgart sollen Katholikentagsteilnehmer ein Öko-Signal setzen: "Wir empfehlen dringend, nicht den Privat-PKW, sondern die Bahn zu nutzen", schreiben die Veranstalter. Obwohl der Hauptbahnhof weiter eine chaotische Großbaustelle ist. Über Internetseiten wie klima-kollekte.de lassen sich die CO2-Emissionen der verschiedenen Verkehrsmittel leicht vergleichen.

Bei der gastronomischen Verpflegung der Teilnehmenden kommen vorwiegend regional produzierte und fair gehandelte Lebensmittel auf den Teller, etwa beim Abend der Begegnung am Mittwoch in der City. Anders als bei evangelischen Kirchentagen wird der Fokus allerdings nicht auf vegetarischen Gerichten liegen. Überall bei den über die Innenstadt verteilten Veranstaltungsorten soll es Trinkwasserbrunnen geben, um Mehrwegflaschen aufzufüllen.

Hochkarätige Podien

Katholikentagssprecher Stephan von Kolson kündigt an, das Treffen wolle Denkanstöße für umwelt- und klimafreundliches Handeln geben, "schon durch mindestens 50 Veranstaltungen zu Umweltthemen, etwa mit Entwicklungsorganisationen oder Initiativen für fairen Handel". "Fridays for Future"-Sprecherin Luisa Neubauer diskutiert beispielsweise mit Kardinal Peter Turkson und Klimaforscher Ottmar Edenhofer über ökologische Alternativen zur Wachstumsdoktrin des globalisierten Kapitalismus.

Eine hochkarätig besetzte Expertenrunde spricht über die oft verheerenden sozialen und ökologischen Folgen des Elektromobilitätsbooms in Deutschland und Europa für die rohstoffproduzierenden Gesellschaften im globalen Süden. Etwa durch den Kupferabbau in Peru.

Scholz und Steinmeier in Stuttgart

Kanzler Olaf Scholz hat zugesagt, zum Thema "Leben in unsicheren Zeiten" zu sprechen. Dabei dürfte statt des Klimawandels der russische Angriff auf die Ukraine im Fokus stehen, genauso wie beim Auftritt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dabei hat der Krieg direkte Folgen für die Ernährungslage weltweit, da Ukraine wie Russland Großproduzenten von Getreide und Speiseöl sind.

Umweltfragen bilden indes keinen eigenen Schwerpunkt im Katholikentagsprogramm. Die Organisatoren sagen, Fragen nach fairem, ressourcenschonendem Lebensstil und nach der Bewahrung der Schöpfung seien bei fast allen Veranstaltungen mitgedacht: "Ökologie ist ein zentrales Querschnittsthema."

Faire Produkte

Auch in Details der Planung soll das deutlich werden. So sind alle Merchandising-Artikel - vom Katholikentagsschal bis zum Frühstücksbrettchen - umweltschonend, fair und ohne Kinderarbeit produziert. Alle Helfer der Großveranstaltung tragen ökofair hergestellte T-Shirts. Die Beleuchtung der Bühnen soll mit stromsparender Lichttechnik auskommen. Ob die Welt durch den Einsatz einiger Komposttoiletten besser wird, mögen deren Benutzer entscheiden.

Zugleich haben Katholikentagsteilnehmende die Gelegenheit, Entwicklungsprojekte durch Geldspenden zu unterstützen, etwa für die Verteilung von Solarlampen in Indien. Auf der Seite klima-kollekte.de kann jeder und jede den eigenen CO2-Fußabdruck bei An- und Abreise sowie während des Katholikentags berechnen und durch Spenden ausgleichen.

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