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KjG im Bistum Münster gibt Förderung, wenn vier Kriterien eingehalten sind

„Öko-Euro“ – Sonder-Zuschuss für nachhaltige Ferienlager

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Der Verband Katholische junge Gemeinde (KjG) im Bistum Münster ermöglicht Ferienlagern einen Zuschuss, wenn sie umweltfreundlich handeln. Erfüllt ein Ferienlager vier Nachhaltigkeits-Kriterien, gibt es maximal 500 Euro. Was man dafür tun muss, erklärt Ronja Hellmanns von der KjG-Diözesanleitung.

Frau Hellmanns, ein Öko-Euro für nachhaltige Ferienlager – dürfen die Jugendlichen jetzt nur noch auf geflochtenen Grasliegen statt auf Isomatten schlafen?

Das ginge natürlich auch! Grundsätzlich ergibt sich für uns aus einer christlichen Grundhaltung der Auftrag, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung beizutragen. Die Anregung zum „Öko-Euro“ kam von der Pfarrgruppe aus Goch 2019 auf unserer Diözesankonferenz, da ein ökologisch ausgerichtetes Lager oft mit höheren Kosten verbunden ist. Beim BDKJ Köln ist unser Nachhaltigkeitsausschuss auf die Idee vom „Öko-Euro“ gestoßen. Die Kölner haben einen Kriterienkatalog ausgearbeitet, an dem wir uns orientieren.

Welche Kriterien muss ein Lager erfüllen?

Es gibt Pflicht- und Kann-Kriterien in den vier Bereichen Mobilität, Arbeitsmaterial/Müll, Lebensmittel/Getränke und Umweltpädagogik. Ein Beispiel zur Mobilität: Zum Thema Anreise gehört zu den Pflichtkriterien, dass man auf keinen Fall mit dem Flugzeug anreist und die Wahl des Verkehrsmittels begründet. Bei den Soll-Kriterien wäre eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß wünschenswert, eine Anreise mit einem großen Bus geht auch. Wenn man mit guter Begründung ein Kriterium nicht einhalten kann, lässt sich darüber reden ob der Öko-Euro trotzdem beantragt werden kann. Wir wollen unsere Lager bestmöglich unterstützen. Mit dem „Öko-Euro“ steht auch die Aufklärung und Reflexion von nachhaltigem Verhalten im Vordergrund. Der Fragebogen dazu macht den Antrag eigentlich ganz einfach.

Gerade das Kochen ist ja meist ein Thema – wie geht denn umweltfreundliches Lageressen?

Ronja Hellmanns aus Recke.
Ronja Hellmanns (23) aus Recke ist seit 2018 ehrenamtlich in der Diözesanleitung der KjG Münster engagiert. | Foto: pd

„Linsen-Bolo“ kann ich empfehlen, das ist eine fleischlose Variante zur klassischen Spaghetti Bolognese. Der KjG-Nachhaltigkeitsausschuss plant außerdem gerade ein Kochbuch mit vielen Varianten. Der Kriterienkatalog sieht im Bereich Lebensmittel bei Selbstversorgung vor, dass nur alle zwei Tage Fisch oder Fleisch gegessen werden, Fleisch muss aus biologischer und artgerechter Tierhaltung oder vom örtlichen Metzger sein. Es müssen Lebensmittel der Saison verwendet werden. Und bei Kaffee, Kakao, Schokolade und ähnlichem müssen fair gehandelte Produkte gekauft werden. Da informieren wir auch über Siegel, um eine Übersicht zu geben, woran sich die Lager orientieren können. Produkte der Coca-Cola Company dürfen nicht konsumiert werden, da wir uns als KjG bereits 2009 dem Boykott unseres bundesweiten Dachverbands BDKJ dieser Produkte aufgrund mangelhafter Nachhaltigkeit angeschlossen haben. Nestlé boykottieren wir als KjG seit 2019.

Was passiert beim vierten Kriterium?

Im Bereich Umweltpädagogik muss mindestens eine Einheit zum Thema Nachhaltigkeit stattfinden. Das hört sich dröge an, ist aber mit ganz viel Spaß verbunden: Im Lager der KjG Recke, wo ich regelmäßig mitfahre, haben wir verschiedene Spiele gemacht, wie zum Beispiel „Um die Wette Müll sortieren“ oder eine Denkwerkstatt, in der die Kinder gedanklich ein eigenes Produkt aus Plastikmüll entwickeln. Wir haben bei uns im Büro einen tollen Methoden-Koffer zum Thema Nachhaltigkeit, in dem sich auch einiges an Bildungsarbeit für Ferienlager findet. Dieser kann kostenlos ausgeliehen werden. Ansonsten gibt es viele andere Organisationen, die Bildungsarbeit und Spiele zum Thema Nachhaltigkeit anbieten, wo man sich Unterstützung holen kann. Der Kreativität sind beim eigenen Entwickeln zum Beispiel bei nachhaltigen Planspielen, „Die Reise einer Jeans“ oder so, keine Grenzen gesetzt.

Wie kommen Pfarreien an Euer Geld?

Die nachhaltige Förderung sieht pro Tag pro Kind einen Euro vor, zusätzlich zu der normalen Förderung, die man bei uns bekommen kann. Wir haben allerdings für den Öko-Euro einen Höchstsatz von 500 Euro eingeplant. Das kann aber jährlich geändert werden. Die Anträge können ab 2022 eingereicht werden.

Die Katholische junge Gemeinde (KjG) ist ein Kinder- und Jugendverband mit bundesweit etwa 80.000 Mitgliedern in 24 Diözesanverbänden. Sie ist nach eigenen Angaben nach der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg der zweitgrößte katholische Jugendverband in Deutschland. Die KjG ist Mitglied im Dachverband Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Hier geht’s zum KjG Diözesanverband Münster.

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