21 Sprecher machen mit bei „Augenblick mal!“ auf Radio RST

Ökumenisches Radioprojekt sendet im Kreis Steinfurt

  • „Augenblick mal!“ lautet das ökumenische Radioformat beim lokalen Radiosender RST.
  • Die 21 Sprecherinnen und Sprecher predigen je 60 Sekunden über Erlebnisse aus dem Alltag oder Gedanken zu Hobbies.
  • Die Initiatoren hoffen, mit dem Projekt Menschen zu erreichen, die sonst keinen Zugang zu kirchlichen Themen haben.
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60 Sekunden sind nicht viel Zeit. Mehr hat Sara Krüßel aber nicht, um ihre Botschaft im Radio rüberzubringen: „Augenblick mal!“ lautet das ökumenische Radioformat beim lokalen Radiosender RST. Immer in den geraden Kalenderwochen sind die Kirchen mittwochs um 18:23 Uhr „on air“.

Um für diese Aufgabe gut gerüstet zu sein, wurden die Sprecher an zwei Schulungstagen fit gemacht für diese neue Herausforderung: „Das war schon spannend am Sprechermikrofon zu üben und das Medium kennenzulernen“, schildert Sara Krüßel ihre Erfahrungen. Die 40-jährige Religionspädagogin ist Pastoralreferentin in der Gemeinde St. Mauritius Ibbenbüren. Seit knapp einem Jahr im Dienst, hat es ihr geholfen, evangelische Kollegen kennenzulernen: „Ich bekam ein Gesicht zu den Leuten“, sagt die Pastoralreferentin.

„Ich fand es total schön, dass da von Anfang an ökumenisch gedacht wurde“

Ähnlich sieht das auch ihre evangelische Kollegin Frederike Holtmann, Jugendreferentin im Gemeindebüro Emsdetten: „Wir als Evangelische im Münsterland sind ja doch ein paar weniger. Ich fand es total schön, dass da von Anfang an ökumenisch gedacht wurde.“ In der praktischen Arbeit funktioniere das sowieso gut. Zum Beispiel feiern die evangelischen Jugendlichen seit acht Jahren ihre Konfirmation in der katholischen St. Georg Kirche.

Frederike Holtmann ist Jugendreferentin der evangelischen Gemeinde Emsdetten-Saerbeck. | Foto: privat
Frederike Holtmann ist Jugendreferentin der evangelischen Gemeinde Emsdetten-Saerbeck. | Foto: privat

Holtmanns Beitrag ging über das Fahrradfahren von Emsdetten nach Saerbeck: „Gedanklich mal weg von Corona, hin zur Vielfalt und Schönheit unserer Welt, die wir sehen können, wenn man draußen unterwegs ist. Eine Welt, in der wir dank Gott leben, das wollte ich rüberbringen“, berichtet die 34-Jährige.

Übers Radio Menschen erreichen, die sonst keinen Draht zur Kirche haben

Erlebnisse aus dem Alltag, Gedanken zu Hobbies, das seien gute Ideen für eine Radio-Predigt, hatten die Teilnehmer bei „Wort-Profi“ Daniel Gewand in einer Schulung gelernt. Der Pastoralreferent aus Coesfeld hat dort das Kirchenprojekt „frei.raum.“ mitentwickelt, das in unkonventioneller Form Angebot für Glaube, Spiritualität und Religion speziell für Menschen zwischen 25 und 35 Jahren anbietet. „Im Lokalfunk müssen wir die Menschen dort abholen, wo sie stehen“, sagt er. „Um das zu erreichen, müssen wir außerhalb unserer kirchlichen Blase denken“.

Ähnliche Radioprojekte gibt es auch schon in den Kreisen Coesfeld und Warendorf, ergänzt Matthias Kaiser, Geschäftsführer des Kreisdekanats Steinfurt, der „Augenblick mal!“ in die Ohren der Steinfurter geholte hat: „Verkündigen, allerdings nicht im Predigtton“, bringt Kaiser es auf den Punkt.

Kaiser: Von dem Projekt profitieren beide Seiten

Bei diesem Projekt profitierten beide Seiten: „Die Beiträge in Radio RST, dem Lokalsender für den Kreis Steinfurt, werden von einer Vielzahl von Menschen gehört, die wir in dieser Anzahl sonst nicht erreichen würden.“ Und dem Sender bringe es zugleich mehr Regionalität in das Programm. Über die Einschaltquoten gibt es keine Erhebung, wie Radio RST auf Anfrage mitteilte, die Sendung liege nach der Zeiterfassung.

Zu jeder Zeit und nicht nur im Radio, kann man die Impulse im Internet nachhören. Beim katholischen Kreisdekanat Steinfurt und beim evangelischen Kirchenkreis.

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