Schweiß, Streit, Pups und Besinnung

„OGOT“ auf Tele 5: Promis pilgern durch Spanien

Zwischen steinigem Boden, dicken Blasen und spirituellen Höhenflügen ist die neue Dokumentation „Ogot – Old Guys on Tour“ angesiedelt. Der Sender Tele 5 schickt ab Samstag (17.09.2016) fünf „old Guys“ – also „alte Männer“ – von Somport in den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Der V.I.P-Faktor macht es natürlich interessant, denn mit dabei sind Björn Hergen Schimpf (72), er hat früher mal das Kult-Reisequiz „Ein Tag wie kein anderer“ moderiert. „Ich glaube an gar nichts“, sagt er über sich und will nun in Erfahrung bringen, warum jährlich 250.000 Menschen den Jakobsweg pilgern.

Harry Wijnvoord (67) möchte sich selbst herausfordern. Das „Dschungelcamp“ bei RTL reichte ihm nicht, und so stolpert der ehemalige „Der Preis ist heiß“-Moderator über spanische Sandstraßen. Frederic Meisner (63), in den 90er-Jahren Glücksrad-Moderator auf Sat 1 und Kabel 1, ist ebenso mit von der Partie wie Jörg Draeger (70). Der „Geh aufs Ganze“-Showmoderator ist der einzige, der über Pilgererfahrung verfügt und ein klares Statement abgibt: „Ich gehe schon zum zehnten Mal den Jakobsweg. Für mich ist die Reise ein Austausch mit Gott.“

„Alt werden ist scheiße“

Sendetermine
17.09. – 22:00 Uhr
18.09. – 22:25 Uhr
19.09. – 22:05 Uhr
20.09. – 22:25 Uhr
21.09. – 22:20 Uhr
24.09. – 22:00 Uhr
25.09. – 22:25 Uhr
26.09. – 22:10 Uhr
27.09. – 22:05 Uhr
28.09. – 22:20 Uhr
01.10. – 22:00 Uhr
02.10. – 20:15 Uhr

Karl Dall (75) fährt im klimatisierten Begleitfahrzeug nebenher und kommentiert als Reiseleiter gewohnt bissig die „Tour der Schmerzen“. Denn darum geht es hauptsächlich, zumindest wenn man den Ankündigungstrailer verfolgt. Die zusammen 273 Jahre alten TV-Legenden kommen klar an ihre körperlichen Grenzen: „Mein einziges Problem ist mein linker kleiner Zeh“, klagt Meisner, bei Wijnvoord ist es die Leiste und Schimpf fasst es so zusammen: „Alt werden ist scheiße.“

Da ringt sich nicht nur der Zuschauer Respekt ab, wie die Jungs mit ihren 12 Kilo-Rucksäcken den Weg meistern: „Irgendwann bist du so klein mit Hut, und das ist der Punkt, wo sich das Fenster zu Gott auftut“, sagt Dräger, schweißdurchtränkt, mit Blick über ein wunderschönes Tal. Dazu streicht ein Geigenorchester weichherzige Töne. Auch Meisner ist am Ende gerührt, nachdem er in einer Kirche fünf Kerzen angezündet hat. Das nimmt man den beiden ab, wie die Ex-Showmänner zu sich und ihren Gefühlen stehen – denn es geht um Themen wie Krankheit, Leben und Tod.

Promis sind menschlich und herrlich ehrlich

Neben der Besinnung spielen natürlich Streit und Testosteron eine Rolle: „Ich finde das nicht fair, wie die Zimmer vergeben wurden“, mault Meisner. Er hätte gern ein eigenes Bad, in einer Pilgerherberge wohlgemerkt. „Schimpf ist wie ein Aasgeier über mich hergefallen“, beklagt sich Draeger, aber das war's dann auch schon. Harmloses Gezänk, nett geschnitten und dadurch sehr unterhaltsam. Man kommt den Herren aus den goldenen Gameshow-Zeiten näher, weil man viel über sie erfährt. Wijnvoord zum Beispiel muss von Weißbrot wirklich schrecklich aufstoßen…

Trotzdem, es ist spannend, den vier zerrupften, alten Wanderern, die man nur von der glattpolierten TV-Mattscheibe kennt, dabei zuzusehen, wie sie sich verändern und andere Seiten von sich zeigen. Das liegt vor allem daran, weil die Protagonisten herrlich ehrlich sind, oder wie Draeger sagt: „Das ist jetzt keine Soap hier!“ Ob der Inhalt von „OGOT“, nämlich Besinnung, Schmerz und Streit mit gelegentlichen Bäuerchen und Pupsen untermalt, tatsächlich über zwölf Folgen trägt, das muss der Zuschauer entscheiden.