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Mönche aus Oberbayern gründeten in der Nähe von Chemnitz 1993 ein Priorat. Warum sie sich nun von dort zurückziehen.
Nach mehr als 30 Jahren beendet die oberbayerische Benediktinerabtei Ettal ihr Engagement in Sachsen. Die Benediktinermönche ziehen sich aus dem mittelsächsischen Kloster Wechselburg zurück, wie das Bistum Dresden-Meißen am Montag in Dresden mitteilte. Das Konventkapitel in Ettal habe sich dafür entschieden, den Dienst dort zum 31. Dezember 2026 zu beenden. Abt Barnabas Bögle habe Heinrich Timmerevers, den zuständigen Bischof, darüber informiert, „dass es keine Möglichkeit gibt, Wechselburg als benediktinischen Standort von Ettal aus zu erhalten“.
Für das Bistum Dresden-Meißen sei dies ein herber Verlust, sagte Timmerevers. „Wir bedauern sehr, dass die Ettaler Benediktiner sich nun zurückziehen. Wechselburg ist ein wichtiges geistliches Zentrum und ein etablierter Wallfahrtsort. Und dennoch schauen wir dankbar auf das segensreiche Wirken und den wichtigen pastoralen Dienst der Benediktiner in unserem Bistum zurück - vor allem in der geistlichen Begleitung vieler Menschen.“ Dem Engagement der Mönche sei es zu verdanken, dass die Klosterkirche 2018 zur Basilika minor erhoben wurde, betonte Timmerevers.
Wechselhafte Geschichte
Das Kloster wurde um 1170 gegründet und zunächst von Augustiner-Chorherren, später vom Deutschen Orden genutzt. Ort und Kloster erhielten im 16. Jahrhundert durch ihre regelmäßig wechselnden Besitzer den Namen „Wechselburg“. 1993 gründeten Benediktinermönche Wechselburg als klösterliche Niederlassung erneut.