ORDEN

Ordensfrau und Braumeisterin: Jeden Tag Bier – auch in der Fastenzeit

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Schwester Doris Engelhard leitet die Brauerei des Klosters Mallersdorf in Niederbayern. Wie ihr „Bier-Fasten“ geht und was sie von Alkoholfreiem hält.

Von KNA

Alkoholfreies? Kommt Deutschlands einziger Bier brauenden Ordensfrau nicht aus dem Kessel. "Das machen wir auf keinen Fall", sagt Schwester Doris Engelhard der "Süddeutschen Zeitung".

Engelhard, Jahrgang 1949, gehört der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf in Niederbayern an. Sie ist die einzige Klosterschwester in Deutschland, die eine Brauerei leitet.

Der Nachteil von alkoholfreiem Bier

Die Schwester betont: "Alkoholfreies Bier ist auch überhaupt nicht gesünder, sondern enthält mehr Zucker. Wir merken zwar gerade, dass die Umsätze sinken - aber es kann auch nicht immer nur aufwärts gehen."

Sie führt aus: "Alkohol wird derzeit immer so dargestellt, als wäre er Gift - doch die Menschheit hätte ohne wohl kaum überlebt." Sie finde es schwierig, wenn einem alles madig gemacht werde und man sich nichts mehr gönnen dürfe.

So geht "Bier-Fasten"

"Bei uns gibt es das ganze Jahr über Bier zu jeder Mahlzeit, außer zum Frühstück", sagt Engelhard. "In der Fastenzeit mache ich jeden Freitag das 'Bier-Fasten' - da esse ich nichts, sondern trinke stattdessen etwas Bier."

Aber das Essen sei in der Fastenzeit gar nicht das Wichtigste. "In der Bibel heißt es: 'Das ist ein Fasten, wie ich es liebe.' Damit sind die Werke der Barmherzigkeit gemeint: Kranke besuchen, dem Nächsten nichts Böses wollen und für Andere da sein. Darum geht es wirklich."

Die Zukunft der Klosterbrauerei

Trotz ihres noch recht großen Klosters sorgt sich Engelhard, da Nachwuchs fehle: "Ich weiß nicht, wie es mit dem Kloster Mallersdorf in Zukunft weitergehen wird. Derzeit sind wir noch rund 300 Ordensfrauen, doch man kann sich ausrechnen, wann die Letzte hier die Türen schließen muss."

"Schon jetzt schließen wir einige Betriebe, wie zum Beispiel die Metzgerei. Trotzdem ist es mir wichtig, dass die Brauerei bestehen bleibt, selbst wenn ich nicht mehr kann. Ich finde, so ein Traditionsbetrieb sollte weiter gepflegt werden." Deshalb habe man einen jungen Braumeister eingestellt.

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