Verein hat 73.000 Euro für Schwalbennestorgel gesammelt

Orgelbauprojekt Xanten: Auch NRW-Regierungschef Laschet spendet

„Wir sind auf einem guten Weg“, resümierte Karl Schmitz, Vorsitzender des Orgelbauvereins am St. Viktor Dom, die Bemühungen des ersten Jahres während eines Pressegesprächs am 8. Februar in Xanten. Der Verein habe seit Dezember 2017 durch Konzerte, Aktionen und Spenden aus der Xantener Bevölkerung und darüber hinaus insgesamt 73.000 Euro gesammelt.

Eine erfreuliche Nachricht hatte der Xantener Bürgermeister Thomas Görtz (CDU) für den Vorstand im Gepäck: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat dem Verein aus seinen Verfügungsmitteln 5000 Euro zukommen lassen. „Und“, so berichtete der Bürgermeister, „er hat zugesagt, das Orgelbauprojekt durch Mittel von Landesstiftungen zusätzlich zu unterstützen.“

Rückenwind von der Landesregierung

Am 30. September hatte Laschet im Xantener Dom den Führer der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Nikolaus Groß (1898-1945) als wichtigen  Glaubenszeugen gewürdigt. Während der Ministerpräsident sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug, informierten ihn der Bürgermeister und Propst Klaus Wittke über das Vorhaben, im Dom eine neue Schwalbennestorgel zu bauen.  Nach einem weiteren Brief-Kontakt sagte Laschet die Mittel schriftlich nochmals zu. „Das bedeutet Rückenwind für das Orgelbauprojekt“, sagte Görtz. „Für uns ist es gut zu wissen, dass auch die Stadt hinter dem Orgelbauprojekt steht“, sagte Karl Schmitz.

Der Orgelbauverein ist im Dezember 2017 mit seiner Arbeit gestartet. Es habe einige Zeit gedauert, bis es angelaufen sei, sagte Schmitz. Doch man sei jetzt an einem Punkt, von dem man aus gut mit der Arbeit weiterkomme. Der Verein habe sich in der vergangenen Woche mit dem Kirchenvorstand getroffen. In dem gemeinsamen Gespräch habe man über das Projekt informiert und einen gemeinsamen Grundsatzbeschluss gefasst, auf dessen Grundlage ein Finanzierungskonzept entstehen soll.

Erst die Hausaufgaben gemacht“

Das sei früher nicht möglich gewesen, da Mitglieder des Kirchenvorstandes neu gewählt worden seien und das Gremium verständlicherweise vom Vorstand Informationen aus erster Hand haben wollte, erläuterte Schmitz. Kaplan Christoph Potowski machte in dem Zusammenhang auf die ehrenamtliche Arbeit der Vereins- und Gremienmitglieder aufmerksam. Man habe erst seine Hausaufgaben machen müssen, ergänzte er.

Sobald der Finanzierungsplan stehe, würden Angebote eingeholt und erste Modelle entworfen, ergänzte Vorstandsmitglied Michael Lammers. Im Finanzierungsplan würde dann auch der Gemeindeanteil ausgewiesen. Erst wenn das Bischöfliche Generalvikariat in Münster den Plan genehmigt habe, könne man an weitere Sponsoren wir Stiftungen und Banken herantreten.

Wie lange es dauert, bis der Finanzierungsplan steht, konnte Kaplan Potowski, der zurzeit den erkrankten Propst Klaus Wittke vertritt, nicht sagen. Das Orgelbauprojekt sei auf mehrere Jahre angelegt und werde sicher zehn Jahre dauern. Allein die Bauzeit einer neuen Orgel betrage zwei bis drei Jahre.

Weitere Sponsoren gesucht

Das Bistum wird das Vorhaben, eine Schwalbennestorgel zu bauen, finanziell nicht unterstützen. Auf die Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ teilte die Bischöfliche Pressestelle mit, dass die Finanzierung einer neuen Orgel grundsätzlich der Pfarrei obliegt. „Das Bistum stellt gegebenenfalls geringe finanzielle Mittel für flankierende bauliche Maßnahmen zur Verfügung.“

Der Verein ist mit den ersten 73.000 Euro zufrieden. Diese Summe habe man durch viele Kollekten, Benefizkonzerte und Spenden aus der Breite der Gemeinde erhalten, sagte Schatzmeisterin Heidi Schmitz. Man sei in der Mitte der Gemeinde angekommen. Der Chor will auch mit einem weiteren Benefizkonzert an 16. Februar für das Orgelbauprojekt werben. Dann werden der Oratorienchor, das Barockorchester und Solisten der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf im Xantener Dom den „Messiah“ von Georg Friedrich Händel aufführen.