200 Exponate von der Antike bis in die Neuzeit

Paderborner Diözesanmuseum zeigt »Wunder Roms«

Grabmonument des August von Goethe (Relieftondo mit Profilporträt), Bertel Thorvaldsen, 1831, Rom, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Italien.
Grabmonument des August von Goethe (Relieftondo mit Profilporträt), Bertel Thorvaldsen, 1831, Rom, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Italien.Foto: Diözesanmuseum Paderborn

Es werden zu allererst die monumentalen Antikenstatuten sein, die Besucher in die Sonderschau »Wunder Roms« des Paderborner Diözesanmuseums locken. Gleich im Eingangsbereich steht die um 315 nach Christus geschaffene riesige rechte Marmorhand des kolossalen Standbildes Kaiser Konstantins. Daneben der Kopf einer Statue seines Sohnes. Und zwischen den beiden Werken die legendäre Bronzekugel, die einst die Spitze des vatikanischen Obelisken krönte und in der laut Überlieferung die Asche Caesars verwahrt wurde.

Aber es sind nicht solche Zeugnisse allein, die den Verantwortlichen bei der Zusammenstellung der am Freitag beginnenden Sonderschau vorschwebte. »Wir zeigen nicht die Wunder Roms, sondern die Wahrnehmung Roms durch den Norden«, erläutert Museumsdirektor Christoph Stiegemann. Verdeutlicht werden solle, wie Rom und seine Kunst über die Jahrhunderte hinweg rezipiert wurde: von den frühen Pilgern zu den Apostelgräbern über die Künstler des Mittelalters bis hin zu den Bildungsreisenden der Neuzeit. Deshalb lautet der volle Titel der Schau auch »WUNDER ROMs im Blick des Nordens«; deshalb auch die Schreibweise mit doppeltem Sinn.

Marc Aurel und Peter Paul Rubens

Einer der ersten Reisenden nach Rom im Mittelalter war der britische Gelehrte Magister Gregorius. Seine Handschrift »De mirabilibus urbis Romae« (Die Wunder Roms) ist bis zum 15. August ebenso in Paderborn zu sehen wie ein über 150 Kilo schwerer bronzener Pinienzapfen aus der Vorhalle des Aachener Doms. Das vermutlich in ottonischer Zeit um das Jahr 1000 gegossene Monument ist die Nachbildung eines antiken Pinienzapfens aus dem römischen Tempel der Isis. 

In der Neuzeit dann – und vor allem in ihrer Kunst – wurde die Antike zum Ideal erhoben. An ihren Formen und Proportionen orientierten sich Maler, Bildhauer und Literaten. Hiervon zeugen in der Paderborner Ausstellung diverse Werke: Reiterstandbilder etwa von Marc Aurel, geschaffen in Dresden im 18. Jahrhundert, Bilder von Peter Paul Rubens der »Heiligen Theresa von Avila« (um 1630) sowie ein gutes Dutzend Bronzegüsse und Tuschskizzen der Laokoon-Gruppe aus den Vatikanischen Museen.

»Wunder Roms im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart«
(bis 18. August), Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn, Markt 17, 33098 Paderborn, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen, jeden ersten Freitag im Monat bis 20.00 Uhr, Eintritt: 9,00 Euro (erm. 6,00 Euro), Familien 15,00 Euro.