Was Franziskus und deutsche Bischöfe zu Pfingsten predigten

Papst: Christentum ohne Heiligen Geist „freudloser Moralismus“

Papst Franziskus hat zum Pfingstfest zu Gemeinschaft und Einheit aufgerufen. „Wir brauchen den Geist der Einheit, der uns als Kirche, als Volk Gottes und als brüderliche Menschheit erneuert“, sagte er am Sonntag auf dem Petersplatz. Ein Christentum ohne den Heiligen Geist sei „freudloser Moralismus“. Wo der Heilige Geist fehle, sei die Kirche nur eine Organisation, Mission nicht mehr als Propaganda und „Gemeinschaft eine Anstrengung“.

Franziskus mahnte, Böses nicht mit Bösem zu vergelten: „Diejenigen jedoch, die nach dem Geist leben, bringen Frieden, wo Zwietracht herrscht und Eintracht, wo es Konflikte gibt.“ Geistliche Menschen antworteten auf Böses mit Gutem, „auf Arroganz mit Sanftmut, auf Bosheit mit Güte, auf Lärm mit Stille, auf Geschwätz mit Gebet, auf Pessimismus mit einem Lächeln“.

Marx: Nicht immer glücklich über meine Kommunikation

In Deutschland hat Kardinal Reinhard Marx in seiner Pfingstpredigt für den „synodalen Weg“ zur Erneuerung der Kirche geworben. „Nur dann kann die Kirche Beispiel für die Welt sein, wie respektvoll in der Kraft des Geistes ein einmütiges Miteinander geht.“ Pfingsten sei ein „Fest der gelungenen Kommunikation“.

Allerdings: „Ich bin nicht immer glücklich über die Kommunikation der Kirche, auch über mich selber nicht“, sagte der Kardinal. Umso wichtiger sei der „synodale Weg“, bei dem es darum gehe, das Volk Gottes zu hören. „Wir wollen aufeinander hören mit Respekt und die Sorgen des anderen hören.“

Becker warnt vor mangelnder Glaubwürdigkeit

Aachens Bischof Helmut Dieser mahnte zu einem respektvollen Umgang in Politik und Gesellschaft. Auch in der Kirche biete sich ein ähnliches Bild. Es gebe erschreckende Äußerungen von Wut und Ungeduld, auch Drohungen würden formuliert. „Viele trauen dem Reden nicht mehr. Sie wollen Tatsachen sehen“, sagte der Bischof. Das Reden müsse immer gläubig und ehrfürchtig bleiben.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker warnte Christen zu Pfingsten vor mangelnder Glaubwürdigkeit. „Wir müssen selber brennen für die Botschaft! Sonst glaubt uns am Ende niemand mehr“, sagte er. Menschen würden sich oft mit dem Gegebenen einrichten und es sich bequem machen, auch in der Kirche.