Fliegende Pressekonferenz auf dem Weg von Madagaskar nach Rom

Papst: Dialog-Verweigerer riskieren Kirchenspaltung

Papst Franziskus wirft Kritikern seiner Amtsführung vor, eine Kirchenspaltung zu riskieren, indem sie eine offene Auseinandersetzung verweigern. Er habe „keine Angst vor Schismen“, sagte er auf dem Rückweg seiner Afrika-Reise am Dienstag vor mitreisenden Journalisten. Jene, die sich absonderten, trennten sich „vom Glauben des Volkes Gottes“.

„Ich bete, dass es keine Schismen gibt, aber ich habe keine Angst“, so Franziskus wörtlich. Die „Option des Schismas“ gebe es immer in der Kirche. Gott lasse der menschlichen Freiheit immer Entscheidungsmöglichkeiten. Grundsätzlich begrüße er Einwände als Anlass zu Selbstkritik. Allerdings müsse Widerspruch offen und konstruktiv sein, um im Dialog zu einem gemeinsamen Punkt kommen zu. können.

Franziskus: Manche Reden erinnern an Hitler

Ihm gefalle nicht, wenn Menschen ihre Kritik im Verborgenen, aber nicht gegenüber dem Betreffenden äußerten. „Sie lächeln dich breit an, und dann stoßen sie dir den Dolch in den Rücken. Das ist nicht fair, das ist nicht menschlich“, so Franziskus wörtlich. Kritik in der Art von „Arsen-Pillen“ helfe nicht weiter; dies sei ein Mittel „kleiner Gruppen, die keine Entgegnung hören wollen“. Wer sich einer Auseinandersetzung verschließe, handele nicht aus Liebe zur Kirche, so der Papst; und weiter: „Alle Schismatiker haben etwas gemeinsam: Sie trennen sich vom Volk, vom Glauben des Volkes Gottes.“

Besorgt zeigte sich der Papst über Fremdenfeindlichkeit in Europa, die er „eine Krankheit des Menschen“: „Oft reitet die Fremdenfeindlichkeit auf der Welle des politischen Populismus“, betonte Franziskus laut „Vatican-News“. „Ich habe vor kurzem gesagt, dass ich hin und wieder an einigen Orten Reden höre, die an die Reden Hitlers von 1934 erinnern.“

Papst: Junge Menschen führen „größten Kampf“

Papst Franziskus äußerte sich betroffen über das rasche Abschmelzen von Gletschern und Polar-Eis. Beim Bild einer eisfreien Schiffsroute über den Nordpol habe er „Angst verspürt“, sagte er auf dem Rückweg seiner Afrika-Reise am Dienstag vor mitreisenden Journalisten. Der „größte Kampf“ für Ökologie und Artenvielfalt werde von jungen Menschen geführt. „Sie haben das klare Bewusstsein: Es ist unsere Zukunft“, so der Papst.

Franziskus stellte sich hinter die Verteidigung der Umwelt und der Biodiversität. Dies sei „unser Leben“. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sei ein erster Schritt nach vorn gewesen, gefolgt von der Klimakonferenz von Kattowitz Ende 2018. Diese Treffen hätten geholfen, „Bewusstsein zu schaffen“.