Kardinäle Pell, Monsengwo und Errazuriz betroffen

Papst entlässt drei Kardinäle aus Beratergremium

Papst Franziskus hat drei Mitglieder seines engsten Beraterkreises entpflichtet. Es handelt sich um die Kardinäle George Pell (77), Laurent Monsengwo Pasinya (79) und Francisco Javier Errazuriz Ossa (85), teilte der Vatikan am Mittwoch mit.

Die drei gehörten seit 2013 einer Gruppe von anfangs acht, dann neun Kardinälen an, die den Papst bei Leitungsaufgaben und einer Kurienreform unterstützen sollten. In dem Gremium sitzt auch der deutsche Kardinal Reinhard Marx (65).

Vatikan verweist auf das Alter der Kardinäle

Vatikansprecher Greg Burke sagte, Franziskus habe dem Wunsch der Kardinäle nach Entpflichtung bereits Ende Oktober entsprochen und ihnen für ihren Einsatz gedankt. Als Grund für die Verabschiedung aus dem Beratergremium verwies der Papst demnach auf das Alter der drei. Nachnominierungen seien vorerst nicht vorgesehen.

Pell bleibt aber Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, eine der einflussreichsten Einrichtungen der Kurie. Derzeit verteidigt sich Pell in seiner Heimat Australien vor Gericht gegen den Vorwurf, in den 1990er Jahren gegen männliche Jugendliche sexuell übergriffig geworden zu sein. In dem Zusammenhang ist er seit Juni 2017 von seinen Aufgaben im Vatikan beurlaubt.

Vorwürfe gegen Kardinäle

Errazuriz hatte bereits früher angekündigt, seinen Posten im Kardinalsrat aufgeben zu wollen. Gegen ihn liegen im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in Chile Anzeigen wegen Meineids und Falschaussage vor. Missbrauchsopfer werfen Errazuriz vor, als Erzbischof von Santiago von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung eines später wegen Missbrauchs verurteilten Geistlichen jahrelang verhindert zu haben. Er selbst weist die Anschuldigungen zurück.

Der Kongolese Monsengwo, einziger afrikanischer Kardinal im Beraterkreis, hatte zuletzt nur unregelmäßig an den Treffen teilgenommen. Anfang November nahm der Papst seinen altersbedingten Rücktritt als Erzbischof von Kinshasa an.

Vatikansprecher Burke hatte im Juni erklärt, die Mitgliedschaften im Kardinalsrat sollten voraussichtlich auch über die übliche vatikanische Ämterfrist von fünf Jahren hinaus bestehen bleiben. Franziskus kündigte hingegen wenig später einige personelle Erneuerungen an.