Gottesdienst am Abend des Aschermittwochs in Rom

Papst: Fastenzeit braucht keinen Moralismus

Die Fastenzeit ist nach Aussage von Franziskus keine Zeit, um „nutzlosen Moralismus über die Menschen zu ergießen“. Vielmehr gehe es darum, die eigene Würde als geliebtes Kind Gottes wiederzuentdecken, so der Papst in seiner Predigt am Abend des Aschermittwochs in Rom.

Die Asche, die an diesem Tag auf die Stirn gezeichnet wird, erinnere nicht nur an die Vergänglichkeit des Lebens. „Wir sind Staub, Erde, Lehm, doch wenn wir uns von Gottes Händen formen lassen, werden wir zu etwas Wunderbarem“, so Franziskus.

„Nicht vom Staub leben“

Mit diesem Bewusstsein stelle sich in den sechs Wochen vor Ostern verschärft die Frage, wofür man selbst lebe. Wer nur lebe, „um ein wenig Geld nach Hause zu bringen und Spaß zu haben, für ein wenig Ansehen, um ein bisschen Karriere zu machen“, lebe von Staub, der verweht werde, so der Papst. „Die Liebe aber, die wir schenken, in der Familie, bei der Arbeit, in der Kirche, in der Welt, wird uns retten.“

Mit Bezug auf das Tagesvangelium warnte der Papst vor Heuchelei: „Wie oft machen wir etwas, nur um anerkannt zu werden, für unser Ansehen, für unser Ego!“ Keinesfalls dürfe man „Gottes Feuer mit der Asche der Heuchelei“ ersticken.