GEDENKEN

Zum ersten Todestag: Lob für Papst Franziskus aus Deutschland und Italien

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Die deutschen Bischöfe und Laien würdigen Papst Franziskus als Erneuerer der Kirche und leidenschaftlichen Streiter für Gerechtigkeit.

Von KNA

Zu seinem ersten Todestag erfährt Papst Franziskus noch einmal große Anerkennung. In Deutschland würdigten die Deutsche Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und die Gruppe "Wir sind Kirche" den Verstorbenen, in Italien unter anderem Regierungschefin Giorgia Meloni.

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Bischof Heiner Wilmer erklärte am Dienstag über die sozialen Medien: "Franziskus hat uns eindringlich daran erinnert, dass die Kirche nur dann glaubwürdig ist, wenn sie sich den Menschen zuwendet – besonders den Armen, den Ausgegrenzten und denen an den Rändern der Gesellschaft." Mit seinem Einsatz für Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden habe Franziskus weit über die Kirche hinaus gewirkt.

Vor einem Jahr, am 21. April 2025, war Papst Franziskus mit 88 Jahren in Rom gestorben. Der Argentinier stand von 2013 bis zu seinem Tod an der Spitze der katholischen Kirche. Wilmer bezeichnete ihn als Erneuerer der Kirche. Seine Vision einer "hinausgehenden Kirche" bleibe Maßstab und Auftrag.

ZdK-Präsidentin würdigt Papst Franziskus

Auch die Präsidentin des Laien-Dachverbands ZdK, Irme Stetter-Karp, hob auf Instagram Franziskus' "Leidenschaft für Gerechtigkeit" hervor. Er habe die Christen zu internationaler Solidarität aufgefordert. Besonders geschätzt habe sie seine enge Verbindung zu Armen, Geflüchteten, Sterbenden und Ausgegrenzten. Zugleich habe er aber auch die Begegnung mit Kontrahenten in Debatten um einen Wandel der Kirche gesucht. "Die Weltsynode, die er einberief, wird als Jahrhundertprojekt in die Geschichte eingehen", so Stetter-Karp.

"Wir sind Kirche" erinnerte mit großem Respekt und tiefer Dankbarkeit an das Wirken von Franziskus. In "der wohl größten Kirchenkrise seit der Reformation" habe er eine kirchliche Zeitenwende eingeleitet und vorangebracht. Gegen allen Widerstand, vor allem im Vatikan, habe dieser Papst die römisch-katholische Kirche "grundlegender verändert als es viele erwartet haben", so die Vereinigung, die auf Reformen in der Kirche drängt. Mit seinen Schreiben sowie der Autobiografie "Hoffe" habe Franziskus ein Vermächtnis hinterlassen, "das unsere große Dankbarkeit verdient".

Franziskus: Rückkehr zum Kurs des Konzils

Nach "langen Jahren der beharrenden, ja rückwärtsgewandten Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. von 1978 bis 2013", so "Wir sind Kirche" weiter, habe Franziskus "in vielen großen und kleinen Schritten die Reformimpulse des Zweiten Vatikanischen Konzils wiederaufgenommen und weitergeführt". Er habe verkrustete Kirchenstrukturen aufgebrochen, Klerikalismus bekämpft und sei gegen sexualisierte wie auch spirituelle Gewalt vorgegangen.

Italiens Regierungschefin Meloni würdigte den aus Argentinien stammenden Sohn piemontesischer Auswanderer auf der Plattform X und schrieb: "Er verstand es, mit einfachen Worten zur Welt zu sprechen. Damit erreichte er Glaubende und Nichtglaubende." Es sei ihr eine Ehre gewesen, ihn zu kennen. Sie erwähnte auch das G7-Treffen Mitte 2024 in Apulien, wo Papst Franziskus eine Grundsatzrede zum Thema Künstliche Intelligenz hielt.

Auch weitere Politiker unterschiedlicher Parteien und Institutionen würdigten den verstorbenen Papst. Italiens Post kündigte eine Papst-Franziskus-Briefmarke an. Mehrere TV-Sender zeigten umfangreiche Dokumentationen über sein Leben und Wirken.

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