Franziskus nach Nordmazedonien weitergereist

Papst in Bulgarien: Migration und religiöser Dialog zentrale Themen

Franziskus hat am zweiten Tag seines Bulgarien-Besuchs erneut zu Hilfe für Migranten gemahnt. Es tue weh, die Heimat zu verlassen. Die Welt der Flüchtlinge und Migranten sei „ein Kreuz der Menschheit und ein Kreuz, das viele Menschen erleiden“, sagte der Papst am Montag in einem Flüchtlingszentrum in der Hauptstadt Sofia. Auch die katholische Minderheitenkirche rief er auf, ein „Haus mit offenen Türen“ zu sein. Zudem feierte er mit 245 Kindern die Erstkommunion.

Bei seinem Besuch des Flüchtlingszentrums Vrazhdebna am Stadtrand von Sofia traf Franziskus mit rund 50 Erwachsenen und Kindern zusammen, die hauptsächlich aus Syrien und Irak stammen. Regierungsvertreter und Repräsentanten der bulgarisch-orthodoxen Kirche nahmen an der als privat bezeichneten Begegnung nicht teil. Ein afghanischer Flüchtling und eine ehrenamtliche Caritas-Mitarbeiterin schilderten ihre Erfahrungen, Kinder schenkten dem Papst selbstgemalte Bilder.

Erstkommunionfeier in katholischer Kleinstadt

In der katholisch dominierten Kleinstadt Rakowski spendete Franziskus nahezu dem gesamten Jahrgang von Erstkommunion-Kindern in Bulgarien das Sakrament der Eucharistie. Dabei rief er sie in einfachen Worten auf, sich als eine Familie zu fühlen. In einer ungewöhnlichen Geste teilte er die Kommunion persönlich an die Kinder aus. Das Mittagessen nutzte der Papst zu einer Unterredung mit den drei Bischöfen des Landes, in dem Katholiken weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Die katholischen Gläubigen Bulgariens rief er auf, „mutig und kreativ“ neue Wege des kirchlichen Engagements zu suchen. Jeder Mensch sei „ein Kind Gottes, unabhängig von der ethnischen Herkunft oder dem religiösen Bekenntnis“, sagte Franziskus in der Michaelskirche von Rakowski. Mit Verweis auf die Slawenapostel Kyrill und Method, die das Land missionierten, betonte der Papst, die Kirche müsse ihre Botschaft konkret und für die junge Generation verständlich übersetzen. Laien und Kleriker erinnerte er daran, beide seien aufeinander angewiesen.

Friedensgebet der Religionen

Zum Abschluss hielt Franziskus am Abend in Sofia ein ökumenisches Friedensgebet mit Vertretern anderer Konfessionen und Religionen. Bei der Feier vor der frühchristlichen Georgskirche, dem ältesten Gebäude der bulgarischen Hauptstadt, mahnte er zu einem „aktiven Frieden“ gegen Egoismus und Gleichgültigkeit.

Die Leitung der bulgarisch-orthodoxen Kirche blieb der Veranstaltung fern. Das Verhältnis des bulgarischen Patriarchats zur Ökumene gilt als gespannt.

Am Dienstag in Nordmazedonien

Franziskus setzt am Dienstag seine Reise in Skopje fort. In der Hauptstadt von Nordmazedonien besucht er unter anderem die Gedenkstätte für die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa.